Die Europäische Kommission hat den asiatischen Online-Marktplatz Temu mit einer Geldbuße von 200 Millionen Euro belegt, weil das Unternehmen wiederholt gegen europäische Produktsicherheitsvorschriften und den Digital Services Act (DSA) verstoßen habe. Die Entscheidung löst nicht nur eine Debatte über die Durchsetzung bestehender Regelungen aus, sondern steht vor dem Hintergrund eines stark wachsenden Online-Handels in Europa, der laut E-Commerce-Report 2026 ein geschätztes Volumen von 850 Milliarden Euro erreicht.
Hintergrund der Geldstrafe gegen Temu
- Verstoß gegen Produktsicherheitsvorschriften
- Verletzung des Digital Services Act (DSA)
- Geldbuße: 200 Millionen Euro (2026)
- Entscheidung der EU-Kommission dokumentiert in einer offiziellen Pressemitteilung
Temu im europäischen Markt – Zahlen und Fakten
- Zweitgrößter Online-Marktplatz in Österreich hinter Amazon
- Bruttowarenwert in Österreich: 650 Millionen Euro im Jahr 2025
- Online-Handelsvolumen in Europa: 850 Milliarden Euro im Jahr 2026 (geschätzt)
Reaktionen der Handelsverbände
Der deutsche Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (bevh) sieht in der Strafe ein wichtiges Signal für funktionierende Kontrollmechanismen. Die designierte Hauptgeschäftsführerin Alien Mulyk betont:
„Die Strafe ist längst überfällig gewesen. Jetzt muss Temu die geforderten Maßnahmen zur Einhaltung europäischer Vorschriften umsetzen und die EU die Umsetzung konsequent überwachen.“
Auch der österreichische Handelsverband fordert weitere Maßnahmen. Geschäftsführer Rainer Will erklärt:
„Die heutige Entscheidung der EU ist ein wichtiges Signal für fairen Wettbewerb, Produktsicherheit und den Schutz europäischer Konsumentinnen und Konsumenten. Wer in Europa Geschäfte machen will, muss sich an europäische Regeln halten, unabhängig vom Unternehmenssitz.“
Wachstum des Online-Handels in Europa
Ein aktueller E-Commerce-Report aus dem Jahr 2026 schätzt das gesamte Online-Handelsvolumen in Europa auf 850 Milliarden Euro. Dieser Anstieg verdeutlicht die Notwendigkeit einer strengen Einhaltung von Vorschriften durch Plattformanbieter, um sowohl die Sicherheit der Verbraucher als auch faire Wettbewerbsbedingungen zu gewährleisten.
Zunehmende Regulierungsmaßnahmen in der EU
Im Jahr 2023 hat die EU zwölf neue Vorschriften für Online-Plattformen eingeführt, darunter der Digital Markets Act (DMA). Ziel dieser Regelungen ist es, gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen und die Durchsetzung von Verbraucherschutz- und Produktsicherheitsstandards zu stärken.
- Anzahl neuer EU-Vorschriften 2023: 12
- Wichtige Regelungen: Digital Markets Act, Digital Services Act
Risiken bei unzureichender Durchsetzung
Ein zentrales Gegenargument betont die Gefahr mangelnder Überwachung. Ohne effektive Kontrollen könnten zukünftige Verstöße unzureichend bestraft werden, was die Integrität des Marktes gefährdet.
- Risiko: Fehlende Überwachung und Durchsetzung
- Folge: Gefahr von wiederholten Verstößen und Marktverzerrungen
Schnellüberblick:
Was sind die Hauptvorwürfe gegen Temu?
Temu wurde vorgeworfen, gegen Produktsicherheitsvorschriften und den Digital Services Act zu verstoßen, was zur hohen Geldbuße führte.
Wie groß ist Temu im Vergleich zu anderen Plattformen in Europa?
Temu ist der zweitgrößte Online-Marktplatz in Österreich, hinter Amazon, mit einem geschätzten Bruttowarenwert von 650 Millionen Euro im Jahr 2025.

