Im hart umkämpften E-Commerce-Umfeld stehen Online-Händler zunehmend unter Kostendruck, weil bezahlte Werbung immer teurer wird. E-Mail-Newsletter bieten eine direkte Kundenbindung und hohe Konversionsraten – vorausgesetzt, sie überzeugen durch vertrauenswürdige Absender-Signale und datenbasierte Personalisierung. Aktuelle Studien aus dem DACH-Raum belegen, dass Newsletter von Onlineshops die höchste Abonnentendichte und direkte Abverkaufsrelevanz aufweisen. Gleichzeitig verlangen große Postfachanbieter wie Google und Yahoo seit Februar 2024 zwingend SPF, DKIM und DMARC für Massenversender, um Phishing und Zustellungsprobleme zu vermeiden.

Newsletter im DACH-Raum: Nutzung und Kaufkraft

Eine von United Internet Media in Auftrag gegebene Studie mit rund 6 000 befragten Internet-Nutzern zeigt eindrucksvolle Zahlen:

  • 71 % aller abonnierten Newsletter stammen von (Online-)Shops.
  • 79 % der Befragten haben mindestens einen Newsletter abonniert.
  • In Deutschland, Österreich und der Schweiz haben zwei Drittel der Empfänger bereits direkt aus einem Newsletter bestellt.
  • 55 % der Abonnenten geben an, dass sie sich wegen spezieller Rabatte anmelden.
  • Die effektive Click-to-Open-Rate (CTOR) liegt im DACH-Durchschnitt bei 14,8 % (2026).

Rasmus Giese, CEO von United Internet Media, fasst die Bedeutung zusammen: „Newsletter sind weit mehr als ein reiner Informationskanal. Sie sind wichtiger Bestandteil der Customer Journey und ein wirkungsvoller Vertriebskanal. Wer relevante Inhalte mit exklusiven Angeboten verbindet, stärkt die Kundenbindung, setzt Kaufimpulse und steigert den Abverkauf.“

Vertrauenssignale im Postfach – BIMI, DMARC und trustedDialog

Fast neun von zehn Menschen im DACH-Raum (87 %) achten darauf, dass die Absender-Informationen einer E-Mail vertrauenswürdig wirken. Markenlogos und Prüfsiegel erhöhen die Klick- und Öffnungsbereitschaft deutlich:

  • 72 % erkennen den Absender schneller, wenn ein Logo angezeigt wird.
  • 70 % empfinden solche E-Mails als professioneller.
  • 65 % geben an, dass Markenlogos das Vertrauen stärken.
  • 56 % sagen, dass Logos helfen, Phishing-Mails zu erkennen.

Der Qualitätsstandard trustedDialog von United Internet Media kombiniert Absenderprüfung und Logo-Anzeige für die Postfächer von Web.de, GMX und 1&1. Im Gegensatz dazu steht der globale Standard BIMI (Brand Indicators for Message Identification), der von Providern wie Google, Yahoo und Apple unterstützt wird. BIMI setzt eine strikte DMARC-Richtlinie („p=quarantine“ oder „p=reject“) sowie ein digitales Marken-Zertifikat (VMC) voraus, um das offizielle Markenlogo im Posteingang anzuzeigen.

Seit Februar 2024 verlangen Google und Yahoo für Großversender (ab 5 000 Nachrichten/Tag) zwingend SPF, DKIM und DMARC, um Zustellungs-verluste zu vermeiden (DMARC-Advisor 2024). Die DMARC-Pflicht gilt für alle Versender, die das Schwellen-Volumen überschreiten.

„Die Studie zeigt, dass Vertrauen bereits im Posteingang gestärkt werden kann. Gerade in Zeiten KI-gestützter Phishing-Angriffe gewinnen vertrauenswürdige Absendersignale an Bedeutung. Der Qualitätsstandard trustedDialog sorgt durch Markenlogos und Prüfsiegel für mehr Sicherheit und Transparenz in mehr als 40 Millionen Postfächern im DACH-Raum“, erklärt Rasmus Giese.

Personalisierung vs. Versandvolumen – aktuelle Praxis im DACH-Raum

Trotz klarer Erwartungen der Empfänger, die kompakte und zielgerichtete Mailings fordern, zeigt die Praxis ein anderes Bild:

  • 35 % der Unternehmen im DACH-Raum nutzen keine personalisierten Datenabfragen oder Segmentierung (2025, absolit/DDV).
  • Fast ein Drittel (29 %) hat das Versandvolumen im Jahr 2024 erhöht, statt die Relevanz pro Mailing zu optimieren.
  • 82 % der Empfänger bevorzugen Mailings mit wenig Text, 81 % legen Wert auf ein einheitliches, wiedererkennbares Design.
  • 59 % wünschen dynamische Newsletter, die Angebote automatisch an Standort und Tageszeit anpassen.

Die Diskrepanz zwischen Erwartung und Umsetzung birgt enormes Optimierungspotenzial. Unternehmen, die ihre vorhandenen Verhaltensdaten für dynamische Produktempfehlungen nutzen, können die Klick- und Konversionsrate deutlich steigern.

Risiken und Gegenmaßnahmen

Der Fokus auf reine Rabatt-Newsletter kann langfristig die Marge erodieren und sogenannte „Schnäppchenjäger-Listen“ erzeugen. Laut Studie geben 55 % der Abonnenten an, primär wegen Rabatten zu abonnieren – das Risiko sinkender Deckungsbeiträge ist hoch.

Gleichzeitig stellt die Einführung von BIMI und VMC-Zertifikaten für kleinere Online-Shops eine administrative Hürde dar. Die Kosten für Marken-Registrierung und VMC-Zertifikate können den Einstieg erschweren.

Um diese Risiken zu mindern, sollten Händler:

  • Eine klare Segmentierungs-Strategie einführen, um relevante Angebote statt generischer Rabatte zu versenden.
  • Die technische Authentifizierung (SPF, DKIM, DMARC) vollständig implementieren, um Zustellungs-probleme zu vermeiden.
  • Markenlogos über BIMI in allen großen Postfächern anzeigen lassen, um das Vertrauen zu stärken.
  • Personalisierte Inhalte auf Basis vorhandener Verhaltensdaten erzeugen, um die Click-to-Open-Rate über den Durchschnitt von 14,8 % zu heben.

Schnellüberblick:

Was unterscheidet das Gütesiegel trustedDialog von globalen Standards wie BIMI?

trustedDialog ist eine proprietäre Lösung von United Internet Media für die Postfächer von Web.de, GMX und 1&1, die Absenderprüfung und Logo-Anzeige kombiniert. BIMI (Brand Indicators for Message Identification) ist hingegen ein weltweiter Standard, der von Providern wie Google oder Apple unterstützt wird und auf offenen Protokollen wie SPF, DKIM und DMARC aufsetzt.

Warum führen unvollständige Authentifizierungen heute schneller zu Zustellproblemen?

Große Postfachanbieter verlangen für Massenmails zwingend durchgesetzte Authentifizierungsrichtlinien. Fehlen SPF-, DKIM- oder DMARC-Einträge, stufen Spam-Filter die Nachrichten herab oder verwerfen sie vollständig, um Phishing zu unterbinden.

Wie stark beeinflussen Markenlogos die Öffnungs- und Klickrate?

72 % der Befragten erkennen den Absender schneller, wenn ein Logo angezeigt wird, und 70 % empfinden die E-Mail als professioneller. 65 % geben an, dass das Logo das Vertrauen stärkt, während 56 % sagen, dass es hilft, Phishing-Mails zu identifizieren.

Welcher Schwellenwert gilt für die DMARC-Pflicht bei Großprovidern?

Ab 5 000 Nachrichten pro Tag (2024) verlangen Google und Yahoo zwingend SPF, DKIM und DMARC für Massenversender.

Welcher Anteil der Unternehmen nutzt noch keine Personalisierung?

35 % der Unternehmen im DACH-Raum setzen im Jahr 2025 noch nicht auf personalisierte Datenabfragen oder Segmentierung.

Quellen

Von Fabian Roth

Fabian ist Spezialist für Online-Werbung und Performance-Marketing. Er beschäftigt sich mit Google Ads, Meta Ads und Conversion Funnels und zeigt, wie man Werbebudgets effektiv einsetzt.