Lager mit Regalen voller Kartons, ein Lieferwagen und ein geöffnetes Paket mit einem Gaming-Laptop und einem Motherboard.

Nach zwei verlustreichen Konsumkrisenjahren kehrt das Wachstum im deutschen Online-Elektronikhandel zurück. Das Ranking der 17 umsatzstärksten Elektronik-Onlineshops zeigt ein starkes Plus von 15 % im Geschäftsjahr 2025 – deutlich über dem bescheidenen Zuwachs des gesamten deutschen E-Commerce-Marktes.

Gesamtmarktübersicht – E-Commerce in Deutschland 2025

  • Gesamtumsatz B2C-E-Commerce (Waren, brutto): 83,1 Milliarden Euro (bevh, 2026)
  • Wachstum des gesamten Online-Warenumsatzes: +3,2 % gegenüber 2024
  • Wachstum des Segments Elektronik/Telekommunikation: +1,4 % (12,25 Mrd. Euro) – laut bevh
  • Anteil von Marktplätze am deutschen E-Commerce-Umsatz: 56 %

Damit kehrt Wachstum in den deutschen Onlinehandel mit Elektronikprodukten zurück. Dieses Wachstum übertrifft die allgemeine E-Commerce-Entwicklung deutlich.

Umsatzranking der Top-17 Elektronik-Onlineshops

Die nachfolgenden Zahlen stammen aus der von ChannelPartner veröffentlichten ChannelPartner-Erhebung für 2025.

MediaMarkt – Spitzenreiter mit 2,35 Mrd. Euro

  • Online-Nettoumsatz: 2.345 Millionen Euro
  • Platz 1, knapp vor Apple (2,251 Mrd. Euro)
  • Online-Anteil am Gesamtumsatz von MediaMarktSaturn: 29 %

“MediaMarkt erzielt 2025 geschätzt 2,35 Milliarden Euro Umsatz im Onlinehandel”, heißt es im ChannelPartner-Report.

Notebooksbilliger.de – Schnellster Aufholer

  • Umsatz 2025: 850 Millionen Euro
  • Wachstumsrate: +23 %
  • Rang: Platz 3 (vorher Platz 5)

Weitere wichtige Akteure

  • Cyberport inkl. ComputerUniverse: 842 Millionen Euro
  • Shift-IT (inkl. Alternate.de): 780 Millionen Euro
  • Saturn: +5 % auf 656 Millionen Euro, aber von Platz 3 auf Platz 6 gefallen
  • Coolblue: +30 % auf 307 Millionen Euro
  • Galaxus: +15 % auf 418 Millionen Euro

Treiber des IT-Aufschwungs – Hardware-Ersatzzyklen und Windows-Ende

Der Anstieg von IT-fokussierten Händlern wird durch zwei zentrale Faktoren befeuert:

  • Beschleunigte Erneuerungszyklen bei PCs, ausgelöst durch das bevorstehende Ende des Windows-10-Supports.
  • Nachfrage nach leistungsfähigen Rechnern für KI-gestützte Anwendungen.

Laut dem Home Electronics Market Index (HEMIX) von gfu/NIQ betrug das Gesamtvolumen des deutschen Home-Electronics-Marktes 46,9 Mrd. Euro (2025) – bei stagnierendem Veränderungswert von 0,0 %.

Die Absatzentwicklung von Desktop-PCs zeigte ein Plus von 29,1 % im ersten Halbjahr 2025, belegt durch HEMIX-Erhebungen.

Omnichannel-Vorteil von MediaMarktSaturn

MediaMarkt kann seine Marktführerschaft nicht allein auf den reinen Online-Verkauf zurückführen. Die enge Verzahnung von Online-Shop und rund 1.000 Filialen schafft zwei entscheidende Vorteile:

  • Click-&-Collect-Optionen ermöglichen schnelle Abholung und reduzieren Lieferkosten.
  • Express-Lieferungen über urbane Logistikpartner stärken das Vertrauen der Kunden gegenüber reinen D2C-Anbietern.

Der digitale Umsatzanteil am Gesamtumsatz von MediaMarktSaturn stieg 2025 auf nahezu 29 %, wie Ceconomy angab.

Marktverlagerungen – Spezialversender schlagen den Branchentrend

Während der Gesamte-Commerce-Markt nur um 3,2 % wuchs, erzielten die 17 Top-Elektronikshops ein kollektives Wachstum von 15 %. Das deutet auf eine Konsolidierung zugunsten etablierter Fachhändler hin.

Beispielsweise legte Voelkner ein Plus von 57 % und Office-Partner.de 56 % vor, während kleinere Akteure wie Medion rückläufige Werte meldeten (140 Mio. Euro).

Gleichzeitig erhöhen internationale Plattformen ihren Druck: 56 % des deutschen E-Commerce laufen über Generalisten-Marktplätze, und asiatische Wettbewerber drängen verstärkt in Zubehör-Segmente.

Schnellüberblick:

Warum weist MediaMarkt getrennte Online-Umsätze von Saturn aus?

Obwohl beide Ketten zum Ceconomy-Konzern gehören, werden mediamarkt.de und saturn.de im Ranking als eigenständige Storefronts und Domains mit jeweils separaten Web-Umsätzen erfasst.

Wie entwickelt sich das Segment Direct-to-Consumer (D2C) von Herstellern?

Hersteller wie Apple (Rang 2 mit 2,25 Mrd. Euro) oder Samsung bauen ihre eigenen Onlineshops kontinuierlich aus und setzen traditionelle Zwischenhändler mit exklusiven Vorbestellungen und Servicepaketen unter Druck.

Warum wuchsen Herausforderer wie Coolblue prozentual stärker als die Marktführer?

Coolblue (+30 %) und Galaxus (+15 %) expandieren auf einer niedrigeren Ausgangsbasis durch Neueröffnungen von Hubs, TV-Kampagnen und eigene Lieferflotten aggressiv in deutschen Ballungsräumen.

Quellen

Von Fabian Roth

Fabian ist Spezialist für Online-Werbung und Performance-Marketing. Er beschäftigt sich mit Google Ads, Meta Ads und Conversion Funnels und zeigt, wie man Werbebudgets effektiv einsetzt.