Die EU-Verbraucherkreditrichtlinie (CCD2), die am 21. Juni 2022 veröffentlicht wurde, zwingt Anbieter von Buy Now-Pay-Later (BNPL) dazu, Kreditwürdigkeitsprüfungen ähnlich wie bei traditionellen Krediten durchzuführen. Dieser regulatorische Wandel verändert den Checkout-Prozess grundlegend und hat weitreichende Konsequenzen für Händler und Verbraucher.

Was ändert die CCD2-Richtlinie für BNPL?

  • BNPL wird zu einem regulierten Kreditprodukt.
  • Kreditwürdigkeitsprüfungen müssen zuverlässiger und präziser werden.
  • Verbraucherschutz steht im Vordergrund – Überschuldung soll verhindert werden.
  • Faire Kreditbedingungen sind gesetzlich verankert.

Wie Vanda Astfäller, Head of Sales DACH bei Mollie, betont:

„Die neue EU-Verbraucherkreditrichtlinie zwingt uns, Kreditprüfungen genauso rigoros wie bei klassischen Krediten durchzuführen. Das ist ein entscheidender Schritt zum Schutz der Verbraucher.“

Auswirkungen auf den Checkout-Prozess

Der Checkout wird nicht mehr nur ein schneller Abschluss, sondern zum sensibelsten Punkt im gesamten Einkaufserlebnis. Händler müssen nun:

  • Risiko- und Bonitätsprüfungen in Echtzeit integrieren.
  • Entscheidungen nachvollziehbar dokumentieren.
  • Den Kundenfluss erhalten, ohne zusätzliche Hürden zu schaffen.

Alexander Schneibel von Riverty ergänzt:

„Nur wer die neuen Rahmenbedingungen berücksichtigt, kann weiterhin reibungslose Kaufprozesse schaffen und die Erwartungen seiner Kunden erfüllen.“

Finanzielle Vorteile von BNPL trotz regulatorischer Anforderungen

Studien des IFH Köln zeigen, dass BNPL nach wie vor ein starker Umsatztreiber ist. Der durchschnittliche Bestellwert in Shops, die BNPL anbieten, stieg 2022 um 18 %. Auch die Kaufwahrscheinlichkeit nahm signifikant zu.

  • Durchschnittliche Bestellwertsteigerung: 18 % (2022).
  • Kreditnehmerquote: 23 % der Verbraucher könnten auch kurzfristige Kredite aufnehmen (2023).
  • Zuwachs an BNPL-Nutzern in Europa: 25 % (2023).

Diese Zahlen belegen, dass die finanziellen Vorteile von BNPL bestehen bleiben, wenn Händler die Compliance-Anforderungen erfolgreich umsetzen.

Risiken und Markteintrittsbarrieren

Die verschärften regulatorischen Vorgaben können jedoch neue Hürden schaffen:

  • Erwarteter Anstieg der Regulierungskosten für BNPL-Anbieter: 15 % (2024).
  • Höhere Markteintrittsbarrieren für neue Anbieter.
  • Potenzielle Reduktion der Innovationskraft im Sektor.
  • Weniger Vielfalt an Zahlungsoptionen für Verbraucher.

Ein kritischer Punkt ist, dass die strengeren Anforderungen die Innovationsgeschwindigkeit dämpfen könnten, was langfristig die Auswahl an flexiblen Zahlungsoptionen einschränkt.

Schnellüberblick:

Was sind die Hauptziele der neuen CCD2-Richtlinie?

Die CCD2-Richtlinie zielt darauf ab, den Verbraucherschutz zu stärken, verantwortungsbewusste Kreditangebote sicherzustellen und die finanziellen Risiken für Verbraucher zu minimieren.

Wie hoch ist der aktuelle Anteil der Verbraucher, die kurzfristige Kredite aufnehmen könnten?

Im Jahr 2023 lag die Kreditnehmerquote bei 23 %.

Wie stark ist der durchschnittliche Bestellwert in BNPL-Shops gestiegen?

Der durchschnittliche Bestellwert hat sich 2022 um 18 % erhöht.

Wie groß war der Zuwachs an BNPL-Nutzern in Europa im Jahr 2023?

Der Nutzerzuwachs betrug 25 %.

Wie hoch werden die Regulierungskosten für BNPL-Anbieter voraussichtlich im Jahr 2024 steigen?

Eine Steigerung von 15 % wird erwartet.

Quellen

Von Anna Weber

Anna ist Spezialistin für digitales Marketing und Markenaufbau im Online-Bereich. Sie beschäftigt sich intensiv mit Social Media Strategien, Content-Marketing und Influencer-Kooperationen. Ihre Beiträge helfen Unternehmen dabei, ihre Zielgruppe besser zu verstehen und nachhaltig zu wachsen.