E-Commerce und Künstliche Intelligenz (KI) verändern das Kaufverhalten grundlegend. Während 2025 mehr als die Hälfte aller deutschen Online-Umsätze über Marktplätze abgewickelt wird, nutzen bereits 35 % der Verbraucher KI-Tools, um Produkte zu recherchieren. Für Hersteller bedeutet das, dass die eigene Webshop-Präsenz nicht mehr nur ein Verkaufskanal, sondern eine zentrale Wissens- und Beratungsplattform sein muss.

Marktübersicht 2025 – Zahlen, Fakten und Trends

  • 56,7 % der deutschen Online-Umsätze laufen 2025 über Marktplätze (Quelle S1).
  • 35 % der Menschen in Deutschland nutzen KI zur Recherche beim Produktkauf (HDE Online Monitor 2025).
  • Der Gesamtumsatz im deutschen E-Commerce beträgt 83 Milliarden Euro, wobei der Marktanteil der Marktplätze über 50 % liegt (Quelle S2).

Diese Kennzahlen verdeutlichen, dass Marktplätze nach wie vor dominant sind, die Entscheidungsphase der Kund*innen jedoch zunehmend von KI-gestützten Empfehlungen beeinflusst wird.

Warum KI die Plattformlogik verändert

„KI verändert das Kaufverhalten, weil sie Kaufentscheidungen vorbereitet, bevor ein Kunde einen Shop oder eine Plattform betritt“, erklärt Jörn Bittner, Senior Consultant für ProCampaign. KI-Assistenten wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity liefern keine reine Trefferliste, sondern verdichtete, kontextbezogene Empfehlungen. Damit verschiebt sich die erste Orientierung von einer reinen Produktliste hin zu einer konkreten Fragestellung: „Welches Modell passt zu meinem Bedarf?“. Die Sichtbarkeit in KI-Antworten wird zum neuen Schlüssel für Reichweite.

Einfluss von KI auf die Produktsuche

Die Nutzung von KI im E-Commerce, insbesondere bei der Produktsuche, verändert die Landschaft grundlegend. Laut dem HDE Online Monitor werden 2025 etwa 56,7 % der Umsätze über Marktplätze generiert, während gleichzeitig 35 % der Verbraucher in Deutschland KI-Tools zur Produktsuche einsetzen. Diese Entwicklung macht deutlich, dass Hersteller-Webshops stark beeinflusst werden, obwohl Marktplätze weiterhin dominieren.

Anforderungen an Hersteller-Webshops im KI-Zeitalter

Um im KI-dominierten Umfeld relevant zu bleiben, müssen Webshops mehr als nur ansprechende Produktbilder bieten. Die folgenden Punkte bilden die Basis für eine KI-optimierte Darstellung:

  • Strukturierte Produktdaten: Maschinell lesbare Formate, konsistente Begriffe und klare Kategorien.
  • Umfassende Detailseiten: Angaben zu Varianten, Einsatzbereichen, Zubehör und Servicebedingungen.
  • Ratgeber- und FAQ-Inhalte: Direkte Beantwortung konkreter Kaufentscheidungsfragen.
  • Bewertungen und Trust-Signale: Sichtbare Qualität und Zuverlässigkeit für KI-Algorithmen.
  • Service- und Retoureninformationen: Transparente Bedingungen senken Kaufhürden.
  • CRM- und Loyalty-Mechanismen: KI-Traffic in messbare Kundenbeziehungen umwandeln.

Ein KI-tauglicher Webshop stellt also Produktinformationen so bereit, dass sowohl Menschen als auch digitale Assistenten sie verstehen, vergleichen und einordnen können.

Grenzen von PIM-Systemen – Mehr als nur Datenpflege

Ein gepflegtes Product-Information-Management-System (PIM) bleibt wichtig, reicht jedoch für KI-optimierte Kaufprozesse nicht aus. Die Herausforderung liegt darin, die reinen Produktattribute in kontextreiche Beratung zu überführen.

  • Standard-PIM-Templates zeigen Preis, Lieferzeit und technische Daten, bieten aber wenig Raum für Beratungstiefe.
  • Hersteller müssen zusätzliche Kontextinformationen bereitstellen, z. B. welche Variante für welche Tourlänge eines Wanderrucksacks geeignet ist.
  • Ohne diese Tiefe kann KI-Systeme keine belastbare Empfehlung ableiten.

Der Unterschied zwischen einer reinen Datenbank und einer digitalen Beratungsfläche ist entscheidend für den Erfolg im KI-Zeitalter.

Strategien für KI-optimierte Produktdarstellung

Folgende Maßnahmen unterstützen Hersteller dabei, ihre Webshops KI-relevant zu machen:

  • Implementierung von schema.org-Markups für maschinenlesbare Produktinformationen.
  • Erstellung von thematischen Ratgeber-Artikeln, die häufige Fragen beantworten (z. B. „Welches Zubehör ist für den Einsatz im Regen sinnvoll?“).
  • Kontinuierliche Aktualisierung von Produktdaten, um veraltete Informationen zu vermeiden.
  • Integration von Kunden-Reviews, die echte Nutzungsszenarien beschreiben.
  • Verknüpfung von CRM-Daten, um aus KI-Traffic personalisierte Follow-Ups zu generieren.

Durch diese Schritte wird der Webshop nicht nur für Suchmaschinen, sondern vor allem für KI-Assistenten zur vertrauenswürdigen Quelle.

Schnellüberblick:

Wie kann ich meinen Webshop für KI optimieren?

Optimieren Sie die Produktdatenstruktur und stellen Sie sicher, dass alle Informationen klar und zugänglich sind, um von KI-Tools besser verarbeitet zu werden.

Wie hoch ist der Anteil der Online-Umsätze, die über Marktplätze laufen?

Im Jahr 2025 liegen 56,7 % der deutschen Online-Umsätze über Marktplätze.

Wie viel Prozent der Deutschen nutzen KI für die Produktsuche?

35 % der Menschen in Deutschland nutzen KI-Tools zur Recherche beim Produktkauf.

Welcher Gesamtumsatz wird im deutschen E-Commerce erwartet?

Der Gesamtumsatz wird für das Jahr 2025 auf 83 Milliarden Euro geschätzt.

Quellen

Von Melanie Brandt

Melanie ist Content- und SEO-Spezialistin im E-Commerce. Sie zeigt, wie durch gezielte Inhalte und Keyword-Strategien nachhaltiger organischer Traffic aufgebaut werden kann.