Verlagerung des Web-Traffics: Dominanz automatisierter und bösartiger Bots
Mit der rasanten Verbreitung von KI und Shopping-Assistenten im Onlinehandel wächst die digitale Angriffsfläche. Händler stehen vor der Herausforderung, sowohl menschliche Kunden als auch automatisierte Maschinen-Identitäten zu schützen, ohne das reibungslose Einkaufserlebnis zu gefährden.
Automatisierter Bot-Traffic dominiert das Internet
Aktuelle Verkehrsanalysen zeigen, dass mehr als die Hälfte des globalen Web-Traffics von automatisierten Programmen stammt. Der Bad Bot Report 2026 von Thales/Imperva liefert folgende Kennzahlen:
- 53 % des gesamten Internet-Traffics sind Bot-Anfragen (Jahr 2026).
- Davon entfallen 40 Prozentpunkte auf schädliche Bots (Bad Bots).
- 27 % der gezielten Angriffe richten sich auf APIs (Jahr 2025, Thales/Imperva).
Diese Zahlen belegen, dass APIs zunehmend als primäres Einfallstor für Maschinen-Identitäten genutzt werden. Credential-Stuffing, Scraping und Account Takeover (ATO) sind dabei die häufigsten Bedrohungen.
Kundenerwartungen: Vertrauen und Sicherheit als Kaufkriterium
Laut einer Bitkom-Studie von 2025 betrachten 51 % der Konsumenten Sicherheit und Vertrauen als entscheidenden Faktor bei der Wahl eines Online-Shops. Gleichzeitig erwarten Verbraucher maximale Einfachheit im Checkout. Ein Zitat aus der Studie verdeutlicht das Spannungsfeld:
„Sicherheit und Vertrauen sind für 51 % der Konsumenten kaufentscheidend.“ – Bitkom-Studie 2025
Die Bereitschaft, KI-Assistenten zu nutzen, liegt bei 28 % (unter jüngeren Konsumenten sogar bei 36 %). Damit entsteht ein Balanceakt zwischen der Integration von KI-Shopping-Agenten und dem Schutz vor bösartigen Bots.
Risiken durch übermäßige Sicherheitsbarrieren
Zu strenge Multi-Faktor-Authentifizierungen (MFA) können die Konversionsrate senken. Händler, die Kunden bei jedem Login zu komplexen MFA-Abfragen zwingen, riskieren, dass viele den Kaufprozess abbrechen. Der Schutz muss daher kontext- und risikobasiert im Hintergrund erfolgen.
Ein weiteres Problem ist die Unterscheidung zwischen legitimen KI-Shopping-Assistenten und bösartigen Scraper-Bots. Pauschale Blockaden können wertvolle, umsatzrelevante Agenten aussperren.
Drei-stufiges Sicherheitskonzept für CIAM im E-Commerce
Moderne CIAM-Strategien setzen auf ein dreistufiges Fundament:
- Adaptive, risikobasierte Authentifizierung: Analyse von Kontext, Gerät und Verhalten, um nur bei erhöhtem Risiko zusätzliche Prüfungen zu aktivieren.
- Passwortlose Verfahren (Passkeys): Basierend auf dem FIDO2/WebAuthn-Standard, nutzen kryptografische Schlüsselpaare auf dem Endgerät. Sie sind resistent gegen Phishing und Credential-Stuffing, weil keine Passwörter gespeichert oder übertragen werden.
„Passkeys basieren auf dem FIDO2/WebAuthn-Standard und nutzen kryptografische Schlüsselpaare auf dem Endgerät des Nutzers. Sie sind resistent gegen Phishing und Credential Stuffing, da keine Passwörter auf Servern gespeichert oder im Netz übertragen werden.“ – FAQ
- Intelligentes Bot- und API-Management: Filterung bösartiger Bot-Traffic im Hintergrund, während legitime KI-Agenten ungehindert auf APIs zugreifen können.
Durch diese Kombination können Händler die Angriffsfläche reduzieren, ohne die User Experience zu beeinträchtigen.
Best Practices für die Sicherung externer Identitäten
- Implementierung von passwortlosen Authentifizierungsmethoden wie Passkeys.
- Einsatz von risikobasierten, adaptiven Authentifizierungs-Workflows.
- Kontinuierliches Monitoring und Analyse von Bot-Traffic-Mustern.
- Segmentierung von API-Zugriffen nach Vertrauensstufe und Zweck.
- Schulung von Entwicklern und Sicherheitsteams zu CIAM-Spezifika im E-Commerce.
Schnellüberblick:
Wie groß ist der Anteil automatisierter Bot-Anfragen am gesamten Internet-Traffic?
53 % (Jahr 2026, Bad Bot Report 2026).
Welcher Prozentsatz des Bot-Traffic besteht aus schädlichen Bots?
40 % (Jahr 2026, Bad Bot Report 2026).
Wie hoch ist der Anteil gezielter Bot-Angriffe auf APIs?
27 % (Jahr 2025, Thales/Imperva).
Welcher Faktor ist für 51 % der Konsumenten entscheidend bei der Shop-Wahl?
Sicherheit und Vertrauen (Bitkom-Studie 2025).
Wie viele Verbraucher nutzen wiederholt identische Passwörter über mehrere Onlinedienste hinweg?
33 % (Jahr 2025, Bitkom-Umfrage).
Was unterscheidet CIAM von klassischem IAM?
CIAM richtet sich an Millionen externe Endkunden und Maschinen statt an interne Mitarbeiter. Der Fokus liegt neben Datenschutz und Betrugsprävention auf maximaler Benutzerfreundlichkeit, Skalierbarkeit und geringer Abbruchquote im Registrierungs- und Kaufprozess.
Wie schützen Passkeys vor Account Takeovers?
Passkeys nutzen kryptografische Schlüsselpaare, die nicht auf Servern gespeichert werden und somit Phishing und Credential-Stuffing wirksam verhindern.
Quellen
- https://www.imperva.com/resources/resource-library/reports/bad-bot-report/
- https://www.bitkom-research.de/de/studien/digitaler-handel-verbraucher-2025

