Der Onlinehandel in Deutschland verzeichnet im ersten Halbjahr 2026 ein deutliches Wachstum, obwohl die Wirtschaft von mehreren Krisen belastet wird. Laut dem Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (BEVH) liegen die wichtigsten Treiber in den Bereichen täglicher Bedarf und Versandapotheken. Gleichzeitig gewinnen asiatische Plattformen wie Temu und Shein zunehmend Marktanteile und verändern die Wettbewerbslandschaft.

Der E-Commerce in Deutschland 2026 – Zahlen und Trends

Die aktuelle Marktentwicklung zeigt, dass der Umsatz im deutschen Onlinehandel weiter steigt. Die wichtigsten Kennzahlen aus dem BEVH-Report lauten:

  • Umsatzwachstum bei Anbietern von Waren des täglichen Bedarfs: 10,1 % (erstes Halbjahr 2026)
  • Stärkstes Wachstum bei Versandapotheken: 13,9 % (erstes Halbjahr 2026)
  • Umsatz der Online-Marktplätze: 11,5 Mrd. € (Jahresmitte 2026)
  • Wachstum der Online-Marktplätze: +6,4 %
  • Wachstum bei Herstellerversendern: +6,3 %
  • Klassische Onlineshops: +3,8 %
  • Multichannel-Händler: +2,5 %

„E-Commerce ist zur wichtigsten Stütze des deutschen Handels in diesem äußerst schwachen Konsumumfeld geworden“, betont Martin Groß-Albenhausen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des BEVH. „Ob reine Onlinehändler, Multichannel-Anbieter oder Händler auf Marktplätzen: Alle konnten im zweiten Quartal an diesem Wachstum teilhaben.“

Wachstumstreiber im Detail

  • Waren des täglichen Bedarfs (+10,1 %) – insbesondere Drogeriehändler (+11,7 %)
  • Saisonale Warengruppen wie DIY & Blumen (+10,9 %)
  • Hobby- & Freizeitartikel (+7,5 %)
  • Auto- & Motorradzubehör (+7,6 %)
  • Versandapotheken (+13,9 %) – starkes Wachstum seit Einführung des E-Rezepts

Asiatische Plattformen erobern den deutschen Markt

Asiatische Anbieter haben bereits einen signifikanten Anteil am Gesamtumsatz des deutschen E-Commerce. Der BEVH gibt an, dass sie 5,3 % des Umsatzes ausmachen – das entspricht jedem zwanzigsten Euro, der im Onlinehandel ausgegeben wird.

Zu den größten Akteuren zählen Temu, Shein, AliExpress und weitere Plattformen aus Asien. Trotz eines neuen 3-Euro-Pauschalzolls, der seit dem 1. Juli für Sendungen unter 150 € aus Drittstaaten erhoben wird, bleibt die Preisattraktivität hoch.

„Billigimporte aus Asien wird die Abgabe wenig anhaben. Die Anbieter haben bereits begonnen, eigene Logistikstrukturen innerhalb Europas aufzubauen“, erklärt Alien Mulyk, seit dem 1. Juli neue Hauptgeschäftsführerin des BEVH. „Waren werden nicht mehr ungeordnet in Einzelpaketen zu uns geliefert, sondern als Container nach Europa und dann inner-europisch verteilt.“

Auswirkungen des asiatischen Wachstums

  • Erhöhter Wettbewerbsdruck für lokale Online-Händler
  • Steigende Abhängigkeit von internationalen Logistik- und Lieferketten
  • Potenzial für Preis- und Produktinnovationen im deutschen Markt
  • Notwendigkeit für lokale Anbieter, ihre digitale Strategie zu verstärken

Chancen und Risiken für lokale Anbieter

Die wachsende Präsenz asiatischer Plattformen birgt sowohl Möglichkeiten als auch Gefahren. Auf der einen Seite können deutsche Händler von den Logistik- und Preisstrategien lernen und ihre eigenen Angebote attraktiver gestalten. Auf der anderen Seite besteht das Risiko einer zunehmenden Marktmacht aus dem Ausland, die lokale Unternehmen verdrängen könnte.

Ein konkretes Risiko ist die wachsende Abhängigkeit von internationalen Plattformen, die lokale Anbieter gefährden und die Marktmacht aus dem Ausland stärken könnte.

Schnellüberblick:

Wie hat sich der E-Commerce in Deutschland entwickelt?

2026 verzeichnete der E-Commerce ein starkes Wachstum, besonders in Bereichen wie täglichen Bedarfswaren und Versandapotheken.

Was bedeutet der Einfluss asiatischer Plattformen?

Der Markteintritt und die Expansion asiatischer Anbieter wie Temu und Shein stellen eine zunehmende Konkurrenz für lokale Online-Händler dar.

Quellen

Von Melanie Brandt

Melanie ist Content- und SEO-Spezialistin im E-Commerce. Sie zeigt, wie durch gezielte Inhalte und Keyword-Strategien nachhaltiger organischer Traffic aufgebaut werden kann.