Plattform-Business-Modelle verändern den deutschen und globalen E-Commerce grundlegend. Sie beeinflussen Marktanteile, Kundenpräferenzen und die Risikoverteilung im Handel. Für Händler ist ein tiefes Verständnis dieser Modelle entscheidend, um wettbewerbsfähig zu bleiben und von den wachsenden Chancen zu profitieren.

Plattform-Business-Modelle im E-Commerce: Grundlagen und Marktanteile

Plattform-Business-Modelle ermöglichen es Händlern, ihre Produkte über digitale Marktplätze anzubieten. Kunden erhalten dadurch eine breitere Auswahl, während Händler von einer erhöhten Sichtbarkeit profitieren. Laut einer FAQ-Antwort: „Plattform-Business-Modelle ermöglichen es Händlern, ihre Produkte über digitale Marktplätze anzubieten, wodurch Kunden eine breitere Auswahl erhalten.“

  • Marktplätze aggregieren Angebot und Nachfrage.
  • Risiken wie Retouren und Margendruck werden teilweise auf Partner verlagert.
  • Kommissions- und Retail-Media-Modelle erhöhen die Rentabilität.

Wachstum der Plattformanteile in Deutschland und weltweit

Der Anteil des E-Commerce, der über Plattformen abgewickelt wird, steigt rasant. In Deutschland liegt er bereits bei 56 % (BEVH-Zahlen) und wird laut einer Prognose von Statista bis 2025 auf 72 % steigen. Weltweit beträgt der Plattformanteil 67 % (2023).

  • 2023: 67 % globaler E-Commerce über Plattformen (Quelle S1).
  • 2025: Prognostizierte 72 % in Deutschland (Statista).
  • 56 % aktueller Anteil in Deutschland (BEVH-Zahlen).

Diese Zahlen verdeutlichen den Trend und die Dringlichkeit für Händler, sich aktiv mit Plattformen auseinanderzusetzen.

Risikoverlagerung und Rentabilität durch Plattform-Modelle

Plattform-Modelle verlagern wesentliche Handelsrisiken auf Partner. Händler können so Margendruck und Retourenrisiken reduzieren und gleichzeitig von einem Kommissions-Modell profitieren. Der Mix aus Plattformbetrieb und Retail Media schafft einen hochprofitablen Rahmen, der insbesondere für Unternehmen mit signifikantem digitalem Umsatz attraktiv ist.

Künstliche Intelligenz als Treiber der Plattform-Optimierung

Künstliche Intelligenz (KI) spielt eine zentrale Rolle bei der Optimierung von Produktkatalogen. Eine McKinsey-Studie zeigt, dass Unternehmen, die KI in ihren E-Commerce-Strategien einsetzen, durchschnittlich eine Umsatzsteigerung von 15 % erzielen (2022). Mirakl nutzt generative KI, um Produktdaten zu bereichern – ein Prozess, den sie „Generative Engine Optimization (GEO)“ nennen.

  • KI unterstützt die Anreicherung von Bildern, Beschreibungen und Lieferinformationen.
  • GEO sorgt dafür, dass Produkte von Large Language Models (LLMs) und Agenten zuverlässig gefunden werden.
  • Agentic Activation erhöht die Sichtbarkeit in neuen Discovery-Umgebungen.

Die durchschnittliche Umsatzsteigerung von 15 % (Quelle S2) belegt den geschäftlichen Nutzen von KI im Plattform-Umfeld.

Regulatorische Herausforderungen in der EU

Unterschiedliche Regulierungen in der EU können die Implementierung von Plattform-Modellen erschweren. Datenschutz, Datensicherheit und Compliance-Standards wie SOC 2 Type II müssen eingehalten werden. Diese regulatorischen Rahmenbedingungen beeinflussen den Wettbewerb und erfordern von Unternehmen klare Leitplanken.

Praxisbeispiel: Interview mit Georg Sobczak von Mirakl

Georg Sobczak, Regional Vice President DACH bei Mirakl, betont die wachsende Bedeutung von Plattform-Modellen:

„Plattform ist kein Zukunftsthema mehr, sondern wird zum operativen Standard als ein Bereich in der Beschaffung, um den eigenen Kunden ein größtmögliches Angebot anzubieten.“

Er erklärt, dass Plattformen nicht nur von Großakteuren wie Amazon oder eBay genutzt werden, sondern auch spezialisierte Marktplätze wie Decathlon, MediaMarktSaturn, Home24 oder Fressnapf erfolgreich sind. Durch die Verlagerung von Handelsrisiken und das Kommissions-Modell entsteht ein profitabler Mix, den jeder Händler mit signifikantem digitalem Umsatz aktiv verfolgen sollte.

Zur Rolle der KI fügt Sobczak hinzu:

„Wir nutzen generative KI, um Produktdaten gezielt anzureichern, damit sie in Discovery-Umgebungen von LLMs und Agenten sichtbar werden. Das Stichwort heißt Generative Engine Optimization (GEO).“

Er betont zudem die Notwendigkeit von Compliance und Sicherheitszertifikaten, insbesondere in Europa, wo Datenschutz und Datensicherheit höchste Priorität haben.

Schnellüberblick:

Wie hoch ist der aktuelle Plattformanteil am E-Commerce in Deutschland?

56 % des deutschen E-Commerce werden über Plattformen abgewickelt (BEVH-Zahlen).

Welcher Anteil wird bis 2025 erwartet?

Statista prognostiziert, dass 72 % des deutschen E-Commerce bis 2025 über Plattformen laufen werden.

Wie stark beeinflusst KI den Umsatz im E-Commerce?

Unternehmen mit KI-Einsatz verzeichnen durchschnittlich eine Umsatzsteigerung von 15 % (McKinsey, 2022).

Welche regulatorischen Risiken bestehen in der EU?

Unterschiedliche Datenschutz- und Sicherheitsvorschriften können die Implementierung von Plattform-Modellen erschweren und den Wettbewerb beeinflussen.

Was bedeutet die Risikoverlagerung für Händler?

Plattform-Modelle verlagern Margendruck, Retouren und andere Handelsrisiken auf Partner, wodurch die Rentabilität der Händler steigt.

Quellen

Von Melanie Brandt

Melanie ist Content- und SEO-Spezialistin im E-Commerce. Sie zeigt, wie durch gezielte Inhalte und Keyword-Strategien nachhaltiger organischer Traffic aufgebaut werden kann.