Die digitale Transformation verändert die Art und Weise, wie Konsument*innen in Deutschland nach Produkten suchen. Künstliche Intelligenz (KI) wird dabei immer stärker zum Begleiter – von automatisierten Google-Zusammenfassungen bis hin zu Chatbots wie ChatGPT. Aktuelle Studien zeigen, dass knapp ein Drittel der deutschen Verbraucher*innen bereits KI-Tools einsetzt, wobei Frauen und jüngere Menschen besonders aktiv sind. Dieser Artikel fasst die wichtigsten Erkenntnisse zusammen, beleuchtet demografische und regionale Unterschiede und stellt die deutsche Nutzung in einen internationalen Kontext.

Allgemeine Nutzung von KI-Tools in Deutschland

Laut einer Umfrage von TQX im Auftrag von Celum nutzen rund 31 % der Deutschen KI-Zusammenfassungen von Google oder KI-basierte Chatbots für Produktinformationen. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass KI bereits ein zentraler Bestandteil des Kaufprozesses ist.

  • 31 % der Befragten greifen auf KI-Zusammenfassungen zurück.
  • Fast jeder Dritte (etwa 30 %) nutzt KI-Chatbots wie ChatGPT.

„KI als stiller Berater nimmt für deutsche Kundinnen und Kunden bereits heute eine zentrale Rolle ein“, erklärt das Marktforschungsunternehmen TQX.

Demografische Unterschiede bei der KI-Nutzung

Die Nutzung variiert stark nach Geschlecht, Alter und Bildungsgrad.

Geschlecht

  • Frauen nutzen KI-Chatbots zu 31 % im Vergleich zu 28,4 % bei Männern.
  • Frauen lesen KI-Zusammenfassungen zu 31,4 % gegenüber 27,4 % bei Männern.

Alter

  • 16- bis 29-Jährige: 42,7 % nutzen KI-Chatbots, 33,9 % KI-Zusammenfassungen.
  • 50- bis 65-Jährige: nur 15,9 % greifen zu KI-Chatbots.

Bildungsgrad

  • 55 % der Personen mit Hochschulabschluss verwenden KI bei der Produktsuche (Statista, 2023).
  • Personen ohne Abitur nutzen KI-Tools deutlich seltener – etwa ein Viertel.

„Wir stehen erst am Beginn der Ära des ‚Agentic Commerce‚, also der kundinnenseitigen Nutzung von KI im Kaufprozess“, sagt Alexandra Vetrovsky-Brychta, Chief Growth Officer von CELUM. Sie betont, dass Unternehmen ihre Inhalte bereits jetzt für KI-Systeme optimieren sollten, um im zukünftigen Entscheidungsprozess präsent zu bleiben.

Internationaler Vergleich – Deutschland im globalen Kontext

Eine McKinsey-Studie aus dem Jahr 2023 zeigt, dass weltweit 47 % der Befragten KI für die Produktsuche einsetzen. Damit liegt Deutschland mit 31 % deutlich unter dem globalen Durchschnitt.

  • Weltweiter Anteil KI-Nutzer: 47 % (McKinsey, 2023).
  • Deutscher Anteil: 31 % (TQX/Celum, 2023).

Der Unterschied signalisiert für Unternehmen, die international agieren, ein erhebliches Marktpotenzial im deutschen Raum. Zielgerichtete Maßnahmen zur Steigerung der KI-Adoption können hier Wettbewerbsvorteile schaffen.

Einfluss von Einkommen und Bildung auf die KI-Nutzung

Zusätzlich zu Alter und Geschlecht zeigen sich klare Zusammenhänge zwischen Einkommen und der Nutzung von KI-Tools. Personen mit höherem Einkommen nutzen KI-Chatbots und -Zusammenfassungen häufiger, während Social-Media-Nutzung in der mittleren Einkommensschicht am höchsten ist.

  • Vier von zehn Abiturient*innen setzen KI-Chatbots bzw. -Zusammenfassungen ein.
  • Bei Personen ohne Abitur liegt die Nutzung bei etwa einem Viertel.

Diese Daten verdeutlichen, dass Bildungs- und Einkommensstrategien Teil einer ganzheitlichen Marketing- und Content-Strategie sein müssen.

Regionale Unterschiede – Berlin als Vorreiter

Bei einem Blick auf die Bundesländer fällt auf, dass Berlin zusammen mit Brandenburg die höchsten Nutzungsraten für KI-Chatbots und -Zusammenfassungen aufweist – jeweils rund ein Drittel der Befragten. Andere Regionen wie das Saarland zeigen ein gemischtes Bild: dort nutzt nur jeder Sechste KI-Chatbots, dafür liest die Hälfte KI-Zusammenfassungen.

  • Berlin: etwa 33 % nutzen KI-Chatbots, 33 % KI-Zusammenfassungen.
  • Saarland: 16,7 % KI-Chatbots, 50 % KI-Zusammenfassungen.

Diese regionalen Unterschiede bieten Unternehmen Ansatzpunkte für lokalisierte Kampagnen und gezielte Content-Optimierung.

Technische Barrieren bei älteren Generationen

Ein wichtiger Gegenpunkt ist die technische Hürde, die insbesondere ältere Nutzer*innen erlebt. Laut der Analyse können ältere Generationen von KI-Angeboten ausgeschlossen werden, was für Unternehmen, die diese Zielgruppe ansprechen wollen, ein Risiko darstellt.

  • Nur 15,9 % der 50- bis 65-Jährigen nutzen KI-Chatbots.
  • Potenzial, Barrieren zu reduzieren, um diese Gruppe zu integrieren.

Schnellüberblick:

Wie verbreitet ist die Nutzung von KI bei der Produktsuche?

Rund 31 % der Deutschen nutzen KI-Zusammenfassungen und Chatbots für Produktempfehlungen.

Wer nutzt KI-Tools häufiger?

Frauen und jüngere Menschen (16- bis 29-Jährige) zeigen eine höhere Nutzung von KI-Tools.

Wie schneidet Deutschland im internationalen Vergleich ab?

Mit 31 % liegt Deutschland unter dem globalen Durchschnitt von 47 % KI-Nutzern.

Welchen Einfluss hat der Bildungsgrad?

55 % der Personen mit Hochschulabschluss verwenden KI bei der Produktsuche, im Vergleich zu etwa 25 % ohne Hochschulabschluss.

Welche Regionen in Deutschland sind Vorreiter?

Berlin und Brandenburg weisen die höchsten Nutzungsraten von KI-Tools auf.

Welche Risiken bestehen für ältere Nutzer*innen?

Technische Barrieren können dazu führen, dass ältere Generationen von KI-Angeboten ausgeschlossen werden.

Quellen

Von Fabian Roth

Fabian ist Spezialist für Online-Werbung und Performance-Marketing. Er beschäftigt sich mit Google Ads, Meta Ads und Conversion Funnels und zeigt, wie man Werbebudgets effektiv einsetzt.