Ein riesiger Turm aus braunen Versandkartons auf einem Förderband in einem modernen Lagerhaus, neben einem gelben

Im dritten Quartal 2026 verzeichnete eBay ein zweistelliges Umsatzwachstum, gleichzeitig gerieten die Margen unter Druck. Die Zahlen zeigen, wie stark organisches Wachstum von anorganischen Erweiterungen abhängig ist und welche Risiken sich daraus ergeben.

Umsatz- und Handelsvolumen-Entwicklung

Der Nettoumsatz stieg um 14 % auf 3,206 Mrd. US-$ (währungsbereinigt 13 %). Das Gross Merchandise Volume (GMV) wuchs um 15 % auf 23,166 Mrd. US-$.

  • Umsatzplus: 14 % (3,206 Mrd. US-$)
  • Währungsbereinigtes Umsatzplus: 13 %
  • GMV-Zuwachs: 15 % (23,166 Mrd. US-$)

Wie CEO Jamie Iannone betonte: “Das Handelsvolumen bleibt ein klarer Indikator für die steigende Nutzung unseres Marktplatzes”.

Organisches Wachstum im Schatten der Depop-Akquisition

Ein erheblicher Teil des Wachstums beruht auf der Übernahme des Second-hand-Marktplatzes Depop. Der Deal wurde Ende Juli 2026 für 1,4 Mrd. US-$ abgeschlossen.

  • Aktive Käufer gesamt: 147 Mio. (inkl. Depop und Tise, +10 % YoY)
  • Aktive Käufer ohne Zukäufe (organisch): 136 Mio. (+1 % organisch)
  • Organisches GMV-Wachstum: 13 %

Der zweite Absatz aus den Quartalsunterlagen verdeutlicht, dass “ein nennenswerter Teil der Dynamik auf anorganischem Wachstum beruht”.

Geografische Kluft: USA stark, Ausland schwach

Die Expansion verläuft asymmetrisch. In den USA stieg das GMV um 27 % (organisch +22 %). International wuchs das Volumen lediglich um 4 %.

  • GMV-Wachstum USA: 27 % (organisch +22 %)
  • GMV-Wachstum International: 4 %

Für Händler im DACH-Raum bedeutet das, dass das Wachstum primär vom US-Markt getragen wird und die internationalen Märkte hinterherhinken.

Werbeerlöse und Non-GAAP-Profitabilität als Puffer

Das margenstarke Plattform-Werbegeschäft half, den Margendruck zu mildern. First-Party-Werbeeinnahmen stiegen um 16 % auf 575 Mio. US-$.

  • First-Party-Werbeumsatz: 575 Mio. US-$ (+16 % YoY)
  • Non-GAAP operative Marge: 26,3 % (gegenüber GAAP-Marge 19,2 %)
  • Bereinigtes Ergebnis je Aktie (Non-GAAP): 1,51 US-$ (+12 % YoY)

Die Analysten betonten, dass “die operative Marge von 26,3 % größtenteils durch Werbeaufschläge getrieben wurde”.

Margendruck trotz starkem Umsatz

Die GAAP-operative Marge sank von 20,3 % auf 19,2 %. Das Nettoergebnis fiel von 593 Mio. US-$ im Vorjahr auf 497 Mio. US-$.

  • GAAP-Marge: 19,2 % (Rückgang)
  • Nettoergebnis: 497 Mio. US-$ (-16 % YoY)
  • Operatives Ergebnis Q3: 616 Mio. US-$

Ein Grund für den Rückgang seien gestiegene Vertriebs- und Technologieaufwendungen sowie Einmaleffekte im Zusammenhang mit der Depop-Integration.

Risiken und Gegenwind

Die wichtigsten Gegenpunkte lassen sich in zwei Kategorien zusammenfassen:

  • Stagnierendes organisches Käuferwachstum: Ohne Depop und Tise stieg die aktive Käuferbasis nur um 1 %.
  • Abhängigkeit von Werbegebühren: Die hohe Non-GAAP-Marge wird hauptsächlich durch Werbeaufschläge getragen, was langfristige Monetarisierungsrisiken birgt.

Schnellüberblick:

Warum brach der GAAP-Nettogewinn trotz zweistelligen Umsatzwachstums um 16 % ein?

Verantwortlich waren gestiegene Vertriebs- und Technologieaufwendungen sowie Einmaleffekte im Zusammenhang mit der Übernahme von Depop. Auf bereinigter Non-GAAP-Basis stieg der operative Gewinn jedoch um 11 % auf 843 Mio. US-$.

Wie viel des GMV-Zuwachses von 15 % stammt aus dem operativen Kerngeschäft?

Währungsbereinigt lag das organische GMV-Wachstum bei 13 %. Die restlichen Zuwächse stammen aus anorganischen Konsolidierungseffekten.

Warum wächst eBays US-Geschäft so viel schneller als das internationale?

Das US-Geschäft profitiert stark von Formatinnovationen wie eBay Live und wachsenden Nischen wie Sammlerobjekten. Im Ausland fehlen vergleichbare Schwerpunkttreiber, und lokale Wettbewerber wie Alibaba oder Amazon dominieren.

Quellen

Von Anna Weber

Anna ist Spezialistin für digitales Marketing und Markenaufbau im Online-Bereich. Sie beschäftigt sich intensiv mit Social Media Strategien, Content-Marketing und Influencer-Kooperationen. Ihre Beiträge helfen Unternehmen dabei, ihre Zielgruppe besser zu verstehen und nachhaltig zu wachsen.