Der KI-Chatbot “Frag den Guru” von marktguru verbindet erstmals prospektbasierte Angebotspreise mit tatsächlich gezahlten Kassenbon-Preisen. Damit schafft er im deutschsprachigen Raum Transparenz bei Rabattaktionen und treibt den Wandel von statischer Print-Werbung zu interaktiven, personalisierten Shopping-Assistenten voran.
Unternehmenshintergrund, Team und Vermarktungsstruktur
Marktguru gehört über Seven.One Media (Deutschland) und ProSiebenSat.1 PULS 4 (Österreich) zur ProSiebenSat.1 Media SE. Die Plattform wird von rund 150 Mitarbeitenden an den Standorten München und Wien entwickelt – alles auf Basis einer proprietären Software-Architektur. Neben der Endkunden-App dient marktguru als B2B-Datenplattform für Handels- und FMCG-Kampagnen. Durch die Einbindung in die Seven.One Media GmbH erreicht die Vermarktungsgruppe eine Multiscreen-Reichweite von bis zu 60 Millionen Konsument:innen monatlich.
“Die KI-gestützte Einkaufsberatung ist ein entscheidender Schritt in der täglichen Einkaufsplanung. Künstliche Intelligenz muss vor Ort konkrete Informationen liefern”, erklärt CEO Patrick Dainese.
Veränderung des Mediennutzungsverhaltens in der Angebotskommunikation
Der Launch von “Frag den Guru” reagiert auf den rasanten Anstieg mobiler Anbieter-Apps im Lebensmitteleinzelhandel. Laut IFH MEDIA ANALYTICS nutzen 58 % der Verbraucher:innen wöchentlich Apps, um Angebote zu recherchieren – ein Anstieg von 35 % im Frühjahr 2024. Gleichzeitig lesen noch 32 % der Konsument:innen Print- und Digital-Prospekte parallel. Dieses Nutzungsverhalten macht den Dialog-Modus via Chatbot zu einem wichtigen Bindeglied zwischen Werbung und Kaufentscheidung.
Kassenbon-Daten als Hebel gegen irreführende Rabattwerbung
Marktguru kombiniert die prospektiv erfassten Preise mit einer Datenbank von 620 000 Kassenbons pro Monat (davon 500 000 aus Deutschland und 120 000 aus Österreich). Die Datenbank wird nicht nur für die Preis-Abfrage im Chatbot genutzt, sondern liefert auch Handelsanalysen. Eine IFH-Studie in Zusammenarbeit mit dem HDE zeigte, dass rund 50 % der Rabattaktionen im Lebensmittel- und Drogeriebereich die 30-Tage-Referenzpreis-Vorgabe des EuGH nicht erfüllen. Durch den Abgleich von Angebotspreis und tatsächlich bezahltem Preis schafft der Chatbot einen messbaren Mehrwert für Verbraucher:innen.
Technologie und Funktionsumfang von “Frag den Guru”
Der Bot basiert auf einem multimodalen Large Language Model (LLM), das über Schnittstellen direkt auf die Live-Datenbanken von marktguru zugreift. Er verarbeitet:
- Text- und Sprachanfragen
- Foto-Uploads von Kühlschrankinhalten
- Handschriftliche Einkaufslisten
Die KI liefert konkrete Spartipps, zeigt passende Angebote in der Nähe, integriert Vorratstipps und verlinkt zu den jeweiligen Prospekten. Regionale Relevanz wird über die im Nutzerprofil hinterlegte Postleitzahl (PLZ) gewährleistet.
Einkaufsberatung auf Basis von Angeboten und Kassenbons
Nutzer:innen können Fragen stellen wie “Welches Produkt ist gerade im Angebot und wie viel haben andere tatsächlich bezahlt?” Der Bot beantwortet mit:
- Aktuellen lokalen Angeboten
- Durchschnittlich bezahlten Preisen aus der Kassenbon-Community
- Vorratsempfehlungen und passenden Rezeptvorschlägen
- Hinweisen zu laufenden Cashback-Aktionen
Damit wird eine Brücke zwischen klassischer Reichweitenwerbung und der Kaufentscheidung direkt vor dem Supermarktregal geschlagen.
Risiken und kritische Aspekte
Obwohl die Datenbasis beeindruckend ist, weist die Marktguru-Strategie einige Schwachstellen auf:
- Selection-Bias: Kassenbons werden vorwiegend für Cashback-Prämien eingereicht; teurere Produkte ohne Cashback könnten unterrepräsentiert sein.
- Multimodale Fehleranfälligkeit: Schlechte Bildqualität bei Foto-Uploads kann zu falschen Rezept- oder Produktvorschlägen führen.
- Interessenkonflikt: Als Teil der Seven.One Media monetarisiert marktguru Werbeplatzierungen, was die Neutralität der Preis-Empfehlungen beeinflussen kann.
Schnellüberblick:
Welche Technologie steckt hinter “Frag den Guru”?
Es handelt sich um ein multimodales Large Language Model (LLM), das über Schnittstellen direkt an marktgurus Live-Datenbanken für Prospekte, Cashback-Kampagnen und historische Kassenbonpreise angebunden ist.
Ist für die Nutzung des Bots eine Registrierung oder Bezahlung nötig?
Nein, die Basisfunktion des Chatbots ist kostenfrei in den regulären Android- und iOS-Apps integriert; für individuelle Cashback-Auszahlungen ist jedoch ein marktguru-Konto erforderlich.
Wie schützt marktguru die Daten aus hochgeladenen Fotos und Bons?
Laut Anbieter werden Bild- und Transaktionsdaten datenschutzkonform und pseudonymisiert verarbeitet, um Preisentwicklungen zu modellieren, ohne persönliche Zahlungsdetails an Dritte weiterzugeben.
Wie hoch ist die Marktabdeckung von Prospekten?
Marktguru erfasst Prospekte mit 90 % Marktabdeckung im Lebensmittel- und Drogeriebereich in Deutschland und Österreich.
Wie viele Kassenbons fließen monatlich in die Datenbank ein?
Rund 620 000 Kassenbons (500 000 aus Deutschland, 120 000 aus Österreich) werden monatlich als Preisreferenz integriert.
Ausblick: Marktguru als Treiber für datenbasiertes Shopper-Marketing
Durch die Kombination von Prospekt- und Kassenbon-Daten positioniert sich marktguru als zentraler Akteur im datengetriebenen Handelsmarketing. Die Integration in das Multiscreen-Portfolio der Seven.One Media eröffnet Werbekunden die Möglichkeit, zielgerichtete Drive-to-Store-Kampagnen zu steuern. Gleichzeitig profitieren Verbraucher:innen von mehr Transparenz bei Rabattaktionen und erhalten personalisierte Spartipps, die auf realen Kaufdaten basieren.
Quellen
- https://presse.marktguru.de/pressreleases/frag-den-guru-ki-chatbot-in-der-marktguru-app-verknuepft-angebots-und-kassenbon-preise-3475109
- https://www.ifhkoeln.de/prospektwerbung-im-wandel-vernetzung-von-print-und-digital-ausbaufaehig/
- https://www.sevenonemedia.de/werbeprodukte/marktguru

