Am 28. Oktober 2026 hat diva-e Conclusion die Ernennung von Jasmin Guthmann zur ersten Head of AI bekanntgegeben. Der Wechsel von Accenture Song in das Unternehmen markiert einen Wendepunkt für Digitalagenturen: Der Fokus verschiebt sich von experimentellen Gen-AI-Piloten hin zu produktiven, agentischen KI-Systemen, die messbaren Business-Mehrwert in komplexen B2B-Industrieprozessen liefern. Die neue Führungsposition bündelt die KI-Kompetenzen von diva-e Conclusion und steuert die Weiterentwicklung der firmeneigenen Agentic Experience Foundation (AXF) – dem technologischen Kern für skalierbare Agent-KI-Lösungen.
Jasmin Guthmann wird Head of AI bei diva-e Conclusion – Warum das wichtig ist
Guthmann übernimmt als erste Head of AI die übergreifende Verantwortung für Künstliche Intelligenz im Unternehmen. Sie kommt von Accenture Song, wo sie zuletzt als Vice President Composable Consulting tätig war, und bringt umfangreiche Erfahrung aus ihrer Zeit bei Contentstack, Valtech und BlackRock mit. Seit 2025 ist sie zudem ehrenamtliche Community Chair der MACH Alliance, wo sie modulare, API-getriebene und cloud-native Architekturen vertritt. “Wir haben unter anderem eine der ersten skalierbaren B2B-AI-Anwendungen gelaunched und den Einsatz von KI auch in unserem Unternehmen systematisch verankert”, erklärt Geschäftsführer Sirko Schneppe.
Produktionsreife von Agentic AI am Praxisbeispiel ifm Electronics
Ein konkretes Beispiel für die Produktreife der Agentic-AI-Strategie ist der “diva-e AI Product Advisor” für den Automatisierungsspezialisten ifm Electronics. Das System übersetzt natürliche Kundenanfragen zu technischen Einsatzszenarien in konkrete Produktempfehlungen aus einem Katalog von über 14.000 Artikeln. Statt starre Artikelnummern abzufragen, beschreibt der Kunde sein Problem in natürlicher Sprache, das System analysiert die Anforderungen, vergleicht sie mit dem Katalog und liefert fundierte Produktempfehlungen.
- Produktkatalog-Umfang: > 14 000 Artikel (2026)
- Kosten pro Beratungssitzung: ca. 0,015 € (2026)
- Durchschnittliches Nutzungsvolumen: rund 250 Sessions pro Tag in der DACH-Region seit Juni 2026
Mit operativen Inferenz- bzw. Ausführungskosten von nur 0,015 € pro Sitzung beweist das Projekt, dass agentische Beratungssysteme wirtschaftlich betrieben werden können und gleichzeitig komplexe B2B-Vertriebsprozesse automatisieren.
Konstruktionsprinzip der Agentic Experience Foundation (AXF)
Die AXF stellt eine modulare, composable Systemarchitektur dar, die KI-Agenten sicher an Bestandssysteme wie ERP, CRM, PIM und E-Commerce anbinden kann. Der Ansatz ist “Headless- und API-first” und vermeidet Vendor-Lock-in. Durch die Standardisierung von Ausführbarkeit, Monitoring und Sicherheitskontrollen von Beginn an löst die AXF das Dilemma vieler isolierter Proof-of-Concept-Projekte.
- Architekturansatz: Modular / Composable (2026)
- Integration: Headless- und API-first ohne Vendor-Lock-in (2026)
Damit grenzt sich die AXF klar von herkömmlichen Chatbot-Demos ab und bildet die Grundlage für skalierbare, produktive Agent-KI-Lösungen.
Marktposition und Unternehmenshintergrund im Conclusion-Verbund
diva-e Conclusion ist Teil der europäischen IT-Dienstleistungsgruppe Conclusion. Im deutschen Markt für Digital Experience Services (DXS) zählt diva-e laut Lünendonk zu den führenden Anbietern. Im BVDW-Internetagenturranking 2026 belegte der Verbund Conclusion DACH zusammen mit diva-e den Platz 6. Das Unternehmen beschäftigt rund 900 Mitarbeitende an zehn Standorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
- BVDW-Ranking Rang: 6 (2026)
- Beschäftigte in Conclusion DACH: ca. 900 Personen (2026)
Diese Zahlen geben Lesenden eine verlässliche Einordnung der Unternehmensgröße und Marktbedeutung im DACH-Raum.
Risiken und Gegenmaßnahmen bei der Skalierung agentischer KI
Bei der Operationalisierung agentischer Systeme treten häufig zwei zentrale Risiken auf:
- Operationalisierungslücke: Viele B2B-Unternehmen scheitern beim Übergang vom Prototyp zur automatisierten Ausführung wegen unzureichender Datenqualität, fehlender API-Schnittstellen und unklarer Freigabeprozesse (Human-in-the-Loop).
- Haftungs- und Compliance-Anforderungen: Der EU AI Act verlangt strenge Protokollierungs- und Haftungsstrukturen, wenn KI eigenständig Aktionen in ERP- oder CRM-Systemen auslöst. Interne Manifeste und belastbare Audit-Trails sind hierfür notwendig.
Guthmann adressiert diese Punkte durch ein umfassendes KI-Governance-Framework, das Datenschutz, Sicherheit und klare Verantwortungsregeln verankert. Das von ihr verfasste interne KI-Manifest betont, dass trotz KI-Unterstützung die finale Ergebnisverantwortung stets beim Menschen liegt.
Schnellüberblick:
Was unterscheidet agentische KI von herkömmlichen Chatbots?
Herkömmliche Chatbots beantworten reine Textfragen, während agentische KI-Systeme (“AI Agents”) selbstständig Zwischenschritte planen, APIs ansteuern, Systemdaten aggregieren und konkrete Prozessaktionen durchführen können.
Welche Rolle spielt die MACH Alliance im Profil von Jasmin Guthmann?
Als Community Chair und ehemaliges Board-Mitglied vertritt Guthmann modulare, API-getriebene und cloud-native Architekturen (Microservices, API-first, Cloud-native, Headless), die als technologische Basis für flexible Composable-AI-Systeme gelten.
Wie stark ist der wirtschaftliche Nutzen des ifm-Case?
Der AI Product Advisor bearbeitet durchschnittlich 250 Sessions pro Tag bei operativen Kosten von nur 0,015 € pro Sitzung – ein Hinweis darauf, dass agentische B2B-AI-Anwendungen bereits wirtschaftlich skalierbar sind.
Welchen Einfluss hat die AXF-Architektur auf die Projektumsetzung?
Durch ihren modular-composable Ansatz ermöglicht die AXF eine schnelle Anbindung an bestehende ERP-, CRM- und E-Commerce-Systeme, reduziert Integrationsaufwand und erhöht die Sicherheit von KI-Agenten.
Quellen
- https://www.diva-e.com/de/presse/
- https://www.diva-e.com/de/ai/agentic-experience-foundation/
- https://www.diva-e.com/de/presse/bvdw-internetagenturranking-platz-6/

