Ein Server-Rack mit LED-Leuchten steht in einem modernen Datenzentrum neben einer EU-Flagge, einem Laptop und einem leeren

Am 14. Oktober 2026 ging der paneuropäische Online-Marktplatz easyShop in Deutschland und 20 weiteren europäischen Ländern live. Der Marktplatz wurde von Stelios Haji-Ioannou, Gründer von easyJet, gemeinsam mit der Technologieplattform OnCommerce ins Leben gerufen und bietet Händlern ein reines Marktplatzmodell ohne Eigenhandel – ein direkter Konkurrent zu Amazon.

Asset-Light-Kooperation zwischen easyGroup und OnCommerce

Die strategische Partnerschaft beruht auf einem Asset-Light-Modell: Die easyGroup stellt die bekannte Marke und das Vertrauen der Kunden bereit, während OnCommerce, das Unternehmen hinter dem britischen Marktplatz OnBuy, die gesamte technische, regulatorische und Cross-Border-Infrastruktur liefert. Wie PR Newswire berichtet, „easyShop wird von OnCommerce betrieben, dem Technologieunternehmen hinter dem britischen Marktplatz OnBuy“, während die easyGroup die Marke lizenziert und als Co-Partner agiert.

Dieses Modell ermöglicht einen pan-europäischen Rollout ohne eigene Lagerinvestitionen. Die Plattform betreibt kein zentrales Lager und verkauft keine eigenen Produkte, wodurch sie nicht in den Wettbewerb mit ihren Händlern tritt.

Differenzierung gegenüber Amazon: Reiner Marktplatz ohne Eigenmarken

Im Kern unterscheidet sich easyShop deutlich von Amazon. Das Unternehmen verzichtet komplett auf Eigenmarken, Direktvertrieb und Eigenlagerung. Händler können daher sicher sein, dass ihre erfolgreichen Produkte nicht durch Eigenmarken des Betreibers kopiert oder im Ranking verdrängt werden.

„easyShop tritt mit einem reinen Marktplatzmodell ohne Eigenhandel an, um Händlern eine reichweitenstarke und provisionsbasierte Alternative zu Amazon mit einfachem Zugang zu 21 europäischen Ländern zu bieten.“

Zum Start sollen mehrere hundert aktive Händler über das zentrale Verkäuferkonto in 21 europäischen Ländern aktiv werden – ein gestaffelter Vorab-Rollout vor dem offiziellen Q4-Start.

Cross-Border-Vereinfachung und Onboarding für Händler

Ein zentrales Verkaufsargument von easyShop ist die vereinfachte grenzüberschreitende Expansion. Verkäufer verwalten alle 21 europäischen Ländermärkte über ein einziges OnCommerce-Konto. Die Plattform übernimmt dabei die länderspezifische Umsatzsteuerberechnung (VAT) automatisch, sodass Händler keine separaten Gesellschaften oder Niederlassungen in jedem Land benötigen.

  • Automatisierte Umsatzsteuerberechnung für 21 Länder
  • Zentrales Verkäufer-Dashboard
  • Keine Notwendigkeit für lokale Rechtsformen

Die technische Basis stützt sich auf die bewährte Infrastruktur von OnBuy, die bereits über über 100 Millionen unterstützte Produkte verfügt.

Marktstatistiken und Wachstumspotenzial

Die Markteinführung von easyShop erfolgt zu einem Zeitpunkt, in dem Online-Marktplätze in Deutschland starkes Wachstum verzeichnen. Laut Retail-News.de betrug das Umsatzwachstum von E-Commerce-Marktplätzen im zweiten Quartal 2026 6,4 %, während klassische Onlineshops lediglich 3,8 % zulegten. Diese Zahlen unterstreichen die steigende Bedeutung von Marktplätzen als Vertriebskanal.

Mit einem sofortigen Zugriff auf 21 Länder bietet easyShop eine europäische Reichweite, die herkömmliche nationale Marktplätze kaum erreichen können.

Risiken und Gegenmaßnahmen

Experten weisen jedoch auf erste rechtliche Mängel und Umsetzungsdefizite hin. Unvollständige GPSR-Angaben und englischsprachige Standard-Rechtstexte können im deutschen E-Commerce-Recht zu teuren Abmahnungen führen. Händler sollten daher zunächst selektive Markttests durchführen, bis die Compliance vollständig etabliert ist.

Ein weiterer kritischer Punkt ist der noch erhebliche Traffic-Rückstand gegenüber etablierten Marktführern wie Amazon. Die Integration und das Onboarding erfordern Zeit und Ressourcen, bevor sich nachhaltige Verkaufszahlen nachweisen lassen.

Schnellüberblick:

Wer betreibt easyShop operativ?

Der Marktplatz wird von OnCommerce betrieben, dem Technologieunternehmen hinter dem britischen Marktplatz OnBuy. Die easyGroup lizenziert die Marke und agiert als Co-Partner im Rahmen eines Asset-Light-Modells.

Tritt easyShop mit eigenen Produkten in Konkurrenz zu Marktplatzhändlern?

Nein. easyShop betreibt weder eigene Lager noch vertreibt die Plattform Eigenmarken. Alle Verkäufe stammen von registrierten Dritthändlern.

Wie funktioniert die grenzüberschreitende Expansion für Händler?

Verkäufer verwalten alle 21 europäischen Ländermärkte über einen zentralen OnCommerce-Account. Die Plattform automatisiert die länderspezifische Umsatzsteuerberechnung.

Wie viele Länder deckt easyShop ab?

Zum Start 2026 deckt easyShop 21 europäische Länder ab, darunter Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und weitere.

Welches Wachstum verzeichnen Online-Marktplätze im Vergleich zu klassischen Onlineshops?

Im Q2 2026 wuchsen E-Commerce-Marktplätze in Deutschland um 6,4 %, während klassische Onlineshops um 3,8 % zulegten.

Quellen

Von Anna Weber

Anna ist Spezialistin für digitales Marketing und Markenaufbau im Online-Bereich. Sie beschäftigt sich intensiv mit Social Media Strategien, Content-Marketing und Influencer-Kooperationen. Ihre Beiträge helfen Unternehmen dabei, ihre Zielgruppe besser zu verstehen und nachhaltig zu wachsen.