Die Rolle neuer Protokolle im Agentic Commerce und deren Auswirkungen auf Onlinehändler
Die digitale Handelslandschaft befindet sich im Umbruch: Drei neue Protokolle – MCP, UCP und ACP – bilden das Fundament eines „Betriebssystems“ für den maschinell gesteuerten Handel. Sie bestimmen, wie KI-Agenten Produktdaten abrufen, Warenkörbe füllen und Transaktionen abschließen. Für Onlinehändler bedeutet die Integration dieser Standards nicht nur technologische Modernisierung, sondern auch die Chance, im kommenden Agentic-Commerce-Markt von bis zu fünf Billionen Dollar (2030) mitzuspielen oder im Wettbewerb zurückzufallen.
Agentic Commerce verstehen: Das neue Betriebssystem des Handels
Agentic Commerce bezeichnet den von KI-Agenten autonom gesteuerten Kaufprozess. Ohne dass ein Mensch eine Produktseite besucht, sucht ein Agent nach Produkten, bewertet Preise, legt Artikel in den Warenkorb und führt den Checkout durch. Dieses Szenario wird durch drei Schichten ermöglicht:
- MCP (Model Context Protocol) – liefert strukturierte Produkt- und Kundendaten.
- UCP (Universal Commerce Protocol) – übernimmt den gesamten Kaufprozess von Entdeckung bis Retouren.
- ACP (Agent Commerce Protocol) – ergänzt die beiden anderen Schichten, wobei die genauen Funktionen im Text nicht weiter ausgeführt werden.
Die Protokolle arbeiten zusammen wie ein Stack: MCP stellt die Datenbasis bereit, UCP bzw. ACP wickeln die Transaktion ab.
MCP – Der Datenadapter für KI-Modelle
Das Model Context Protocol (MCP) wurde Ende 2024 von Anthropic veröffentlicht und hat sich bereits zum De-Facto-Standard für die Anbindung von KI-Modellen an externe Datenquellen entwickelt. MCP funktioniert nach einem Client-Server-Prinzip: Ein KI-Agent verbindet sich mit dem MCP-Server eines Händlers und erhält strukturierten Zugriff auf Produktkataloge, Preise, Lagerbestände, Warenkörbe und Kundendaten. „Ein einziger MCP-Server macht den Shop für alle KI-Plattformen maschinenlesbar“, heißt es im Text. Ohne MCP wäre ein Shop für KI-Agenten praktisch blind.
UCP – Die dezentrale Transaktionsschicht
Im Januar 2026 stellten Google, Shopify und Walmart das Universal Commerce Protocol (UCP) vor. UCP deckt den kompletten Kaufprozess ab – von der Produktentdeckung über den Warenkorb und Check-out bis hin zu Retouren und Kundenservice. Im Unterschied zu zentralen Lösungen hosten Händler ihre eigenen Endpunkte, behalten volle Kontrolle über Daten, Preise und Kundenbeziehungen und kommunizieren über standardisierte APIs direkt mit dem Backend. „UCP ist dezentral und unterstützt mehrere Transportprotokolle, was es zum interoperabelsten der drei Standards macht“, heißt es weiter.
Marktprognosen für Agentic Commerce
Eine aktuelle Studie von McKinsey schätzt, dass der agentengesteuerte Handel bis 2030 weltweit ein Volumen von bis zu fünf Billionen Dollar erreichen könnte. Die Analysten von McKinsey prognostizieren, dass der agentengesteuerte Handel bis 2030 ein Marktvolumen von bis zu fünf Billionen Dollar erreichen könnte. Diese Schätzung hebt nicht nur das immense Wachstumspotenzial hervor, sondern auch die Bedeutung der heute etablierten Protokolle, die über den zukünftigen Erfolg von Onlinehändlern entscheiden werden (McKinsey, 2023).
Stand der Protokoll-Implementierung
Laut einem aktuellen Bericht von Forrester Research haben bereits 30 % der globalen Onlinehändler begonnen, eines der neuen Protokolle zu integrieren. Diese rasche Akzeptanz deutet auf ein starkes Interesse und die Notwendigkeit hin, sich den neuen Technologien anzupassen (Forrester Research, 2023). Der Anteil der Händler mit Protokoll-Integration liegt demnach bei 30 % im Jahr 2023.
Risiken für ältere Systeme
Ältere E-Commerce-Plattformen könnten Schwierigkeiten haben, sich an die neuen Standards anzupassen. Dies könnte dazu führen, dass Händler im wettbewerbsintensiven Umfeld zurückfallen, weil KI-Agenten bevorzugt auf vertrauenswürdige, protokoll-konforme Datenquellen zugreifen.
Handlungsempfehlungen für Onlinehändler
- Analyse des bestehenden Technologie-Stacks und Identifikation von Lücken gegenüber MCP und UCP.
- Aufbau einer dezentralen API-Infrastruktur, um UCP-Endpunkte zu hosten.
- Schulung von Entwicklerteams zu den Spezifikationen von MCP, UCP und ACP.
- Frühzeitige Teilnahme an Pilotprojekten, um Erfahrungswerte zu sammeln.
Schnellüberblick:
Wie wichtig sind die neuen Protokolle für Onlinehändler?
Die neuen Protokolle sind entscheidend, um im Agentic Commerce wettbewerbsfähig zu bleiben und den Zugang zu KI-gesteuerten Handelssystemen zu sichern.
Welches Marktvolumen wird für Agentic Commerce bis 2030 prognostiziert?
Bis 2030 wird ein Marktvolumen von bis zu fünf Billionen Dollar erwartet.
Wie hoch ist der aktuelle Anteil der Händler, die bereits ein Protokoll integriert haben?
Im Jahr 2023 haben bereits 30 % der globalen Onlinehändler mindestens ein neues Protokoll implementiert.
Was ist der Unterschied zwischen MCP und UCP?
MCP stellt Daten bereit, während UCP den kompletten Kaufprozess abwickelt und dezentral gehostet wird.
Quellen
- https://www.mckinsey.com/business-functions/marketing-and-sales/our-insights/future-of-customer-engagement-and-experience
- https://go.forrester.com/research/the-evolving-landscape-of-e-commerce/

