Ein schwarzer Elektroscooter mit Meal-Boxen und Kartonpaketen vor einem hell erleuchteten Restaurant.

Amazon hat seinen Prime-Kunden einen neuen Essenslieferpartner vorgestellt: Uber Eats übernimmt die bisherige Zusammenarbeit mit Grubhub. Die Integration erfolgt direkt in die Amazon-Shopping-App und die Website und verändert damit die Landschaft der Restaurant-Lieferdienste in den USA. Prime-Mitglieder profitieren von kostenlosen Lieferungen ab einem Bestellwert von 25 US-Dollar, exklusiven Rabatten und einer nahtlosen technischen Einbindung – gleichzeitig gelten aber neue Hürden und versteckte Kosten.

Neuer Partner im Essensliefergeschäft: Uber Eats übernimmt Grubhub für Prime

Ab dem 5. November 2026 können US-Prime-Mitglieder über ihr bestehendes Amazon-Konto bei Hunderttausenden Restaurants in fast 10.000 US-Städten bestellen. Der bisherige Prime-Vorteil mit Grubhub, der 2024 eingeführt worden war, entfällt. Wie Amazon im eigenen Press Release betont: “Prime-Mitglieder können Uber Eats vollständig über das Amazon-Konto nutzen, ohne ein separates Konto.” Der neue Mindestbestellwert für eine kostenfreie Lieferung liegt bei 25 USD – im Vergleich zu den früheren 12 USD bei Grubhub+.

  • Mindestbestellwert für Gratis-Lieferung (Uber Eats via Prime): 25 USD (2026, Quelle S1)
  • Bisheriger Mindestbestellwert bei Grubhub+: 12 USD (2024, Quelle S2)
  • Abdeckung: fast 10.000 Städte in den USA (2026, Quelle S1)

Amazon kalkuliert, dass Prime-Kunden durch den Wegfall der Liefergebühr jährlich mehr als 175 USD einsparen können.

Exklusive finanzielle Vorteile für Prime-Mitglieder

Die Partnerschaft bringt konkrete Geld-Anreize: Neukunden erhalten 20 USD Rabatt auf jede der ersten beiden Bestellungen, sofern diese über 25 USD liegen und innerhalb von 14 Tagen nach Start der Kooperation getätigt werden. Zusätzlich erhalten Inhaber einer Prime-Visa-Karte bis zum 5. Dezember 2026 ein 5 % Cashback auf Uber Eats-Bestellungen, die über Amazon abgewickelt werden.

  • Rabatt auf die ersten zwei Bestellungen (ab 25 USD): 20 USD (2026, gültig 14 Tage)
  • Cashback für Prime-Visa-Inhaber: 5 % (gültig bis 5. Dezember 2026)

Ein Sprecher von Amazon erklärte: “Wir versprechen Prime-Mitgliedern zusätzliche Rabatte und exklusive Angebote in Zusammenarbeit mit Uber Eats.” Diese Aussagen untermauern die monetäre Komponente des Deals.

Technologische Integration: Bestellungen komplett über Amazon

Die Bestellung erfolgt ohne ein separates Uber-Eats-Konto. Bestehende Logins und hinterlegte Zahlungsinformationen werden weiterverwendet. Laut interner Statistik haben bereits 88 % der US-Prime-Mitglieder eine hinterlegte Zahlungsmethode, sodass die Nutzung nahtlos möglich ist.

  • Prozentsatz Prime-Mitglieder mit hinterlegter Zahlungsinformation: 88 % (2026, Quelle S4)
  • Bestell- und Lieferstatus wird in Echtzeit über die Amazon-App verfolgt.

Die Integration reduziert den Aufwand für Kund*innen, da Bestellhistorie, Bezahlung und Sendungsverfolgung einheitlich in der Amazon-Umgebung bleiben.

Verbraucherorientierte Risiken und versteckte Kosten

Trotz der hervorgehobenen Vorteile bleiben zusätzliche Kosten bestehen. Servicegebühren, Trinkgelder und Steuern werden nicht durch die Prime-Liefergebühr-Erleichterung abgedeckt. Der durchschnittliche Anteil von Nicht-Liefergebühren am Bestellwert beträgt laut Uber-Q3-2026-Ergebnisbericht 10,1 %.

  • Durchschnittliche Zusatzgebühr (Uber Eats Q3 2026): 10,1 % des Bestellwerts (Quelle S3)
  • Kein kombiniertes Bundle-Abo: Uber One muss separat gebucht werden, was mehrere monatliche Abonnements erforderlich machen kann.
  • Erhöhte Hürde für kostenlose Lieferung: Der Mindestbestellwert verdoppelt sich von 12 USD auf 25 USD, was besonders preisbewusste Kund*innen belastet.

Ein Experte von GeekWire betont: “Der höhere Mindestbestellwert wirkt sich besonders auf Kunden mit kleineren Budgets aus und kann zusätzliche Kosten durch das Kaufen überflüssiger Lebensmittel verursachen.”

Wettbewerbsimplikationen und Marktveränderungen

Durch das Ausscheiden von Grubhub aus dem Prime-Ökosystem wird der Wettbewerb im Essensliefermarkt neu austarziert. Amazon positioniert sich damit erneut im Segment, nachdem der eigene Dienst Amazon Restaurants 2019 eingestellt wurde. Uber, das im Börsenprospekt von 2019 Amazon noch als Wettbewerber gelistet hatte, profitiert nun von einer breiten Prime-Kundschaft. Diese strategische Verlagerung stärkt das Prime-Angebot, könnte aber gleichzeitig kleinere Lieferdienste weiter unter Druck setzen.

Schnellüberblick:

Wie profitiere ich als Prime-Vorgänger von Rabatten?

Innerhalb von 14 Tagen nach dem 5. November 2026 erhalten Nutzer 20 USD Gutschrift auf zwei Bestellungen über 25 USD; Prime-Visa-Inhaber erhalten bis zum 5. Dezember 5 % Cashback auf Uber-Eats-Bestellungen.

Welche Gebühren fallen weiterhin an?

Servicegebühren, zusätzliche Abgaben und Trinkgelder bleiben bestehen; die Liefergebühr entfällt jedoch bei Bestellungen ab 25 USD.

Kann ich eine Bestellung über die Amazon-App verfolgen?

Ja, Sendungsverfolgung, Bezahlung und Bestellhistorie erfolgen über die Amazon-App, ohne dass ein Uber-Konto benötigt wird.

Quellen

Von Michael Hartmann

Michael ist E-Business-Consultant mit Schwerpunkt digitale Transformation in mittelständischen Unternehmen. Er erklärt, wie klassische Firmen erfolgreich den Schritt ins Online-Geschäft schaffen und dabei Prozesse effizient digitalisieren.