Der klassische Preisvergleich ist im Umbruch: Generative KI-Assistenten übernehmen zunehmend die Rolle des digitalen Preisberaters. Gerade in der Black-Friday- und Cyber-Monday-Phase, in der Rabatte oft unübersichtlich sind, nutzen 51 % der deutschen Konsumenten KI-Tools, um Schnäppchen zu finden – ein Anstieg von 28 % gegenüber dem Vorjahr. Dieser Wandel wirkt sich nicht nur auf die Customer Journey aus, sondern erhöht den Druck auf Händler, Rabatte transparent und maschinenlesbar darzustellen.
KI-Tools revolutionieren die Schnäppchensuche am Black Friday
Die YouGov-Erhebung zeigt, dass 51 % der kaufinteressierten Verbraucher KI einsetzen wollen, um Angebote zu finden oder Preise einzuordnen. Im Vorjahr lag dieser Anteil noch bei 23 %.
- 56 % bevorzugen ChatGPT für die Angebotsübersicht
- 41 % nutzen Google Gemini
- 19 % setzen auf Meta AI, 12 % auf Microsoft Copilot und 11 % auf Claude
“KI wird als digitale Preisberatung wahrgenommen, nicht als vollautonomes Einkaufssystem”, erklärt ein Sprecher der etailment.de -Redaktion.
Generationsunterschiede bei der KI-Nutzung
Die Nutzung von KI ist stark generationsabhängig. Laut YouGov-Report planen 47 % der Generation Z und Millennials Einkäufe an den Aktionstagen, während nur 20 % der Generation X und Boomer dies tun. Außerdem haben bereits 42 % der potenziellen BFCM-Käufer KI in früheren Online-Käufen ausprobiert.
- Gen Z & Millennials: 47 % Kaufabsicht 2026
- Gen X & Boomer: 20 % Kaufabsicht 2026
- 42 % haben bereits KI-Shopping-Erfahrung (2026)
Rabatt-Realität: Warum Konsumenten Prüfwerkzeuge suchen
Ein erheblicher Teil der Käufer hat Schwierigkeiten, Rabatte zu bewerten – 39 % geben an, Rabatte schwer einschätzen zu können. Empirische Daten von idealo (10.000 Produkte) belegen, dass die durchschnittliche tatsächliche Ersparnis am Black Friday lediglich 8 % beträgt, während nur 13 % der Produkte eine Ersparnis von mindestens 20 % erreichen.
- Durchschnittliche Ersparnis: 8 % (2025)
- Produkte mit ≥ 20 % Ersparnis: 13 % (2025)
- 39 % der Befragten finden Rabatte schwer bewertbar
Verbraucherschützer betonen, dass viele Händler bei Streichpreisen unverbindliche Preisempfehlungen (UVP) statt gesetzlich vorgeschriebener 30-Tage-Niedrigstpreise (§ 11 PAngV) nutzen.
Wirtschaftliche Dimension: Der Boom im Online-Handel
Die Black-Friday-Phase ist stark digital geprägt. Das YouGov-Panel verdeutlicht, dass die Online-Ausgaben im Non-Food-Bereich während der Black-Weeks um 51 % über dem Vorwochenschnitt lagen. Der gesamte Einzelhandelsumsatz an Black Friday und Cyber Monday wird für Deutschland auf 5,8 Milliarden Euro prognostiziert.
- Online-Ausgaben-Plus Non-Food: +51 % (2025)
- Gesamtumsatz BFCM: 5,8 Mrd. Euro (2025)
Dieses finanzielle Volumen erklärt, warum Optimierungswerkzeuge für Konsumenten immer relevanter werden.
Risiken und Grenzen von KI im Preisvergleich
Generative Sprachmodelle bergen zwei zentrale Risiken:
- Echtzeit- und Halluzinationsrisiken: Modelle spiegeln nicht immer aktuelle Flash-Deals oder Gutscheincodes wider und können veraltete Preise als aktuelle Schnäppchen ausgeben.
- UVP-Vergleiche und Umgehung der Preisangabenverordnung: Ohne historische Preisdatenbank erkennen KI-Prompts häufig nicht, dass Streichpreise mit überzogenen UVP verglichen werden.
ChatGPT führt bei der KI-Suche
56 % der interessierten Käufer würden ChatGPT nutzen, um sich einen Überblick über Angebote zu verschaffen – damit ist das Tool klar vorne. Google Gemini folgt mit 41 %.
“ChatGPT ist der digitale Schnäppchen-Scout, den viele Konsumenten heute vertrauen”, so ein Zitat aus dem Morning Briefing.
Diese Beobachtung unterstreicht die wachsende Bedeutung von KI als Preisberater.
Autonomer Einkauf bleibt die Ausnahme
Obwohl KI als Orientierungshilfe stark gefragt ist, bleibt das Vertrauen in einen vollständig autonomen Kauf gering. Nur 10 % würden einer KI erlauben, einen Kauf nach manueller Freigabe abzuschließen. 9 % würden Produkte automatisiert in den Warenkorb legen lassen, und lediglich 8 % sind für einen komplett autonomer Einkauf bereit – in jüngeren Zielgruppen liegt dieser Wert bei 12 %.
Schnellüberblick:
Wie groß ist die reale Ersparnis am Black Friday tatsächlich?
Analysen von Preisvergleichsportalen zeigen, dass die durchschnittliche tatsächliche Ersparnis über tausende Produkte hinweg meist bei rund acht Prozent liegt; Rabatte von 20 % oder mehr sind nur bei etwa jedem achten Artikel zu finden.
Welche Generationen nutzen KI beim Schnäppchen-Kauf am häufigsten?
Vor allem die Generation Z und Millennials: Laut YouGov planen 47 % von ihnen Einkäufe an den Aktionstagen, und über 40 % der Interessierten haben KI bereits als Shopping-Hilfe eingesetzt.
Welche Tools sind bei der KI-Suche am beliebtesten?
ChatGPT führt mit 56 %, gefolgt von Google Gemini (41 %). Meta AI (19 %), Microsoft Copilot (12 %) und Claude (11 %) liegen weiter hinten.
Wie hoch ist das Risiko von veralteten Preisangaben bei KI-Modellen?
Standard-Sprachmodelle können dynamische Flash-Deals, Echtzeit-Bestände oder individuelle Gutscheincodes nicht zuverlässig abbilden, wodurch veraltete Preise als aktuelle Schnäppchen präsentiert werden können.
Quellen
- https://business.yougov.com/de/reports/black-friday-cyber-monday-2026-ki
- https://www.idealo.de/magazin/shopping/preisstudie-black-friday
- https://einzelhandel.de/blackfriday
- https://www.verbraucherzentrale-rlp.de/pressemeldungen/vertraege-reklamation/black-friday-echte-snaeppchen-oder-nur-trickserei

