Ab dem 2. November 2026 erhöht Amazon den Kraftstoff- und Logistikzuschlag für das Fulfillment-Programm (FBA) von 1,5 % auf 2 % in zehn europäischen Märkten. Für den Multi-Channel-Versand (MCF) greift die Anpassung am 19. November 2026 in fünf Ländern. Die Änderung kommt unmittelbar vor der umsatzstarken Weihnachts-Peak-Season und stellt Online-Händler vor die zweite Gebührenanhebung innerhalb von sieben Monaten.
Historischer Kontext und Vorläufer-Zuschläge
Der aktuelle Zuschlag ist nicht das erste Mal, dass Amazon temporäre Aufschläge in dauerhafte Gebühren überführen lässt. Bereits 2022 führte das Unternehmen einen “Kraftstoff- und Inflationszuschlag” von 4,3 % in Europa ein. Dieser wurde später nicht gestrichen, sondern in die regulären Basisgebühren integriert.
- 2022: Kraftstoff- und Inflationszuschlag = 4,3 % (Europa)
- 17. April 2026: Einführung des aktuellen Logistikzuschlags = 1,5 % (FBA, Europa)
- 2. Mai 2026: Einführung des MCF-Zuschlags = 1,5 %
“Amazon erhöht den Kraftstoff- und Logistikzuschlag für FBA am 2. November 2026 von 1,5 % auf 2 % in zehn europäischen Märkten.”
Details zur aktuellen Gebührenanpassung
Die Anhebung betrifft die folgenden Länder:
- FBA: Vereinigtes Königreich, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, Polen, Schweden, Niederlande, Irland, Belgien
- MCF (ab 19. November): Vereinigtes Königreich, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien
Berechnungsgrundlage ist ausschließlich die FBA- bzw. MCF-Versandgebühr (Fulfillment Fees). Der Zuschlag wird nicht auf den Verkaufspreis oder die Verkaufsprovision angewendet.
Amazon gibt eine durchschnittliche Mehrbelastung von rund 0,02 € (bzw. 0,02 £) pro Einheit für FBA an. Dieser Wert ist ein Orientierungswert; die tatsächliche Belastung kann je nach Größe und Gewicht des Artikels abweichen.
Kopplungseffekt mit den Q4-Peak-Fulfillment-Gebühren
Zwischen dem 15. Oktober 2026 und dem 14. Januar 2027 gelten saisonale Feiertags-Versandgebühren, die bereits über dem Jahres-Durchschnitt liegen. Da der 2-Prozent-Zuschlag prozentual auf die gesamte Versandgebühr berechnet wird, erhöht er die bereits teureren Peak-Tarife zusätzlich.
“Der Zuschlag greift auch auf die temporären Peak-Versandgebühren (15. Oktober 2026 bis 14. Januar 2027), sodass der prozentuale Aufschlag in der Hochsaison nominal höhere Cent-Beträge verursacht als im Sommer.”
Internationaler Quervergleich (USA & Kanada)
Auf dem nordamerikanischen Markt verlangt Amazon seit dem 17. April 2026 einen Treibstoffzuschlag von 3,5 % auf die Fulfillment-Gebühren (ca. 0,17 USD pro Einheit). Der europäische Wert von 2 % liegt damit moderat darunter, bietet jedoch einen direkten Benchmark für Händler mit transnationalem Geschäft.
- USA/Kanada: 3,5 % (seit April 2026)
- Europa (ab November 2026): 2,0 %
“Auf dem nordamerikanischen Markt verlangt Amazon seit April 2026 einen Treibstoffzuschlag von 3,5 % auf FBA-Gebühren (ca. 0,17 US-Dollar/Einheit). Europa zieht nun graduell nach.”
Risiken und kumulative Effekte
- Kumulation mit Peak-Gebühren: Da die Prozent-Zuschläge auf die erhöhten Q4-Versandgebühren angewendet werden, ist die absolute Mehrbelastung im November und Dezember höher als der genannte Jahres-Durchschnitt von 0,02 €.
- Gefahr dauerhafter Verankerung: Historische Präzedenzfälle (z. B. der 4,3-%-Zuschlag 2022) zeigen, dass temporäre Aufschläge häufig in reguläre Basisgebühren überführt werden.
Wirkung auf Produktfamilien und Sortimente
Die zusätzliche Belastung beeinflusst nicht nur einzelne Artikel, sondern kann die Kalkulation ganzer Produktfamilien verschieben. Händler, die stark auf niedrige Margen oder hohe Stückzahlen setzen, sollten besonders prüfen, welche Produkte den größten Anteil an den variablen Fulfillment-Kosten haben. Eine pauschale Preiserhöhung über das gesamte Sortiment kann hingegen Artikel mit hoher Marge unnötig belasten und die Wettbewerbsposition schwächen.
Schnellüberblick:
Wird der 2-Prozent-Zuschlag auch auf Lagergebühren oder Verkaufsprovisionen erhoben?
Nein. Er wird ausschließlich auf die outbound-bezogenen FBA- und MCF-Versandgebühren (Fulfillment Fees) berechnet. Lagerkosten, Inbound-Gebühren und prozentuale Verkaufsprovisionen bleiben davon unberührt.
Wie verhält sich der Zuschlag zu den saisonalen Feiertags-Versandgebühren?
Der Zuschlag greift auch auf die temporären Peak-Versandgebühren (15. Oktober 2026 bis 14. Januar 2027), sodass der prozentuale Aufschlag in der Hochsaison nominal höhere Cent-Beträge verursacht als im Sommer.
Ab wann gilt der neue Versand-Zuschlag von 2 %?
Für Fulfillment by Amazon (FBA) ab dem 2. November 2026; für den Multi-Channel-Versand (MCF) ab dem 19. November 2026.
In welchen Ländern gilt die Erhöhung für FBA?
Vereinigtes Königreich, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, Polen, Schweden, Niederlande, Irland und Belgien.
Wo gilt sie für MCF?
Vereinigtes Königreich, Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien.
Wie hoch ist die durchschnittliche Mehrbelastung pro Einheit?
Amazon nennt für FBA in der EU einen Durchschnitt von 0,02 € (bzw. 0,02 £) pro Einheit.
Quellen
- https://sellercentral.amazon.de/seller-forums/discussions
- https://wortfilter.de/amazon-kraftstoffzuschlag-2-prozent/

