Ein offener Laptop zeigt eine schematische Reiseroute, daneben liegen Reiseführer, Reisepass und eine dampfende Kaffeetasse

Reiseveranstalter, Buchungsplattformen und Hoteliers stehen vor einer neuen Herausforderung: KI-Tools sind aus der ersten Ideenfindung nicht mehr wegzudenken, doch die eigentliche Buchung findet meist noch manuell statt. Die Studie von Skift und McKinsey (2026) zeigt, dass 71 % der Konsumenten KI für Inspiration nutzen, während 74 % die finale Buchung selbst abschließen wollen. Dieses Spannungsfeld zwischen automatisierter Recherche und menschlicher Kontrolle prägt die gesamte Customer Journey und verlangt angepasste Vertriebs- und Bindungsstrategien.

KI als Inspirationsquelle: Wie Reisende KI nutzen

KI wird vor allem als Ideengeber eingesetzt. Laut der Studie nutzen 71 % der Reisenden KI-Tools, um Reiseideen und Routen zu erhalten. In den USA geben 39 % der Reisenden aktiv generative KI für die Reiseplanung an, während in Deutschland 24 % gezielt KI-Empfehlungen für Destinationen einholen. Zudem zeigen 63 % der deutschen Reisenden Offenheit für KI-basierte Hotelempfehlungen.

  • 71 % nutzen KI für Ideen und Routen (Skift/McKinsey, 2026)
  • 39 % der US-Reisenden nutzen KI aktiv (Phocuswright, 2026)
  • 24 % der deutschen Reisenden lassen KI Reiseziele vorschlagen (Bitkom, 2026)
  • 63 % sind offen für KI-Hotelempfehlungen (Bitkom, 2026)

Vertrauen vs. Automatisierung: Warum Reisende die Buchung selbst abschließen wollen

Der eigentliche Buchungsabschluss ist für die meisten Reisenden ein kritischer Moment. Finanzielle Verbindlichkeit und die Gefahr von Halluzinationen – also falschen oder veralteten Angaben durch KI – belasten das Vertrauen. Die wichtigsten Erkenntnisse:

  • 74 % bevorzugen den manuellen Buchungsabschluss (Skift/McKinsey, 2026)
  • 52 % steigern ihr Vertrauen, wenn sie Details vor der KI-Buchung prüfen und ändern können

Ein zitiertes Fazit verdeutlicht die Stimmung: „Weil beim Buchen reales Geld, Stornofristen und persönliche Haftung im Spiel sind: 74 % wollen die Transaktion selbst abschließen, da Halluzinationen und Intransparenz automatisierter Agenten gefürchtet werden“ (Skift & McKinsey, 2026).

Quote:

„Mehr als die Hälfte der Reisenden besteht darauf, alle Details vor der Buchung eigenhändig zu prüfen.“ – Skift/McKinsey-Studie, 2026

Fragmentierte Customer Journey: Hohe Re-Visit-Raten und Medienbrüche

Die Reiseplanung verläuft selten linear. Konsumenten wechseln wiederholt zwischen KI-Tools, Metasuchmaschinen, sozialen Netzwerken und den direkten Webseiten von Airlines oder Hotels. Dieser Wechsel führt zu mehrfachen Dateneingaben und steigert die Frustration.

  • 74 % der Reisenden besuchen vor dem Abschluss dieselben Plattformen mehrfach (Skift/McKinsey, 2026)
  • 43 % buchen bei ihrer letzten Reise direkt beim Leistungsträger (Hotel/Airline) (Skift/McKinsey, 2026)

Die Studie betont: „Sichtbarkeit im KI-Chat reicht nicht aus, wenn Reisedaten beim Wechsel zu Buchungskanälen verloren gehen.“ Anbieter müssen daher nahtlose Übergänge schaffen und gespeicherte Präferenzen sichern.

Post-Booking Engagement: Chancen und Risiken nach der Buchung

Die Buchung ist nicht das Ende der Entscheidungsfindung. 78 % der Reisenden recherchieren nach dem Kauf weiter, vor allem für Vor-Ort-Planungen wie Restaurants, Aktivitäten oder Transfers. KI wird in einem Drittel dieser Nach-Booking-Sitzungen eingesetzt, was Anbietern neue Möglichkeiten zur Kundenbindung eröffnet.

  • 78 % recherchieren nach der Buchung weiter (Skift/McKinsey, 2026)
  • 33 % der dokumentierten Nach-Booking-Sitzungen nutzen KI (Skift/McKinsey, 2026)
  • 51 % haben bereits eine Unterkunft storniert, weil ein besseres Angebot auftauchte

Ein Angebot, das nach der Buchung proaktive Zusatzleistungen (z. B. personalisierte Restaurant- und Tourtipps) bereitstellt, kann die Stornierungsquote reduzieren und zusätzlichen Umsatz generieren.

KI inspiriert Reisen, doch die Kontrolle bleibt beim Menschen

Dass Konsumenten beim finalen Klick zögern, ist kein Zufall, sondern liegt an den veränderten Risiken im Transaktionsmoment. Während das Abfragen von Routenvorschlägen völlig unverbindlich bleibt, bindet eine Buchung finanzielle Mittel und feste Reisedaten. Laut vertiefenden Analysen von Skift und McKinsey (2026) bevorzugen 74 % der Reisenden ausdrücklich die eigenhändige Durchführung der Buchung gegenüber einem automatisierten KI-Agenten. Für 52 % der Befragten wäre die Möglichkeit, sämtliche Buchungsparameter vor der finalen Bestätigung mühelos einsehen und manuell abändern zu können, der entscheidende Hebel, um überhaupt Vertrauen in agentische Buchungssysteme zu fassen.

Hinzu kommt eine ausgeprägte Fragmentierung im Entscheidungsprozess: Drei von vier Reisenden (74 %) kehren vor einer Entscheidung mehrfach zu denselben Webseiten oder Plattformen zurück. Weil Metasuchmaschinen, soziale Medien und KI-Chatbots oft nicht nahtlos ineinandergreifen, müssen Urlauber Daten immer wieder neu eingeben. Wenn es schließlich zum Vertragsschluss kommt, greifen 43 % am liebsten direkt auf die Portale der Fluggesellschaften oder Hotels zurück. Fast die Hälfte der Bucher begründet diesen Schritt mit dem größeren Vertrauen in den direkten Betreiberkanal – ein Sicherheitsbedürfnis, das generative Chatbots derzeit schlicht noch nicht befriedigen können.

Schnellüberblick:

Warum überlassen Reisende der KI zwar die Planung, aber nicht die Bezahlung?

Weil beim Buchen reales Geld, Stornofristen und persönliche Haftung im Spiel sind: 74 % wollen die Transaktion selbst abschließen, da Halluzinationen und Intransparenz automatisierter Agenten gefürchtet werden (Skift & McKinsey, 2026).

Was können Reiseanbieter tun, um Stornierungen nach der Buchung zu verhindern?

Anbieter sollten direkt nach Buchung verifizierte Zusatzinhalte (z. B. personalisierte Restaurant- und Tourentipps) bereitstellen und gespeicherte Präferenzen sichern, um den Buchungswert vor neuen Reizen aus sozialen Netzwerken zu schützen.

Wie viele Reisende nutzen KI bereits regelmäßig für touristische Recherchen?

Laut Phocuswright (2026) nutzen 39 % der US-Reisenden aktiv generative KI für die Reiseplanung; in Deutschland lassen sich laut Bitkom (2026) bereits 24 % gezielt Reiseziele vorschlagen.

Quellen

Von Melanie Brandt

Melanie ist Content- und SEO-Spezialistin im E-Commerce. Sie zeigt, wie durch gezielte Inhalte und Keyword-Strategien nachhaltiger organischer Traffic aufgebaut werden kann.