Im Zeitalter des digitalen Konsums wird die Fähigkeit, Waren schnell, zuverlässig und flexibel zu bewegen, zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Unternehmen, die ihre Logistikprozesse nicht automatisieren, riskieren, hinter den steigenden Kundenerwartungen zurückzubleiben. Die Kombination aus Cube-Storage-Technologien und KI-gestützten Prozessen ermöglicht es, die wachsende Komplexität von Omnichannel-Handel zu meistern und gleichzeitig Kosten zu senken.
Warum Durchsatz im modernen Fulfillment entscheidend ist
Der AutoStore State of the Market Report 2026 zeigt, dass 93 % der Entscheidungsträger den Durchsatz als geschäftskritisch einstufen. Gleichzeitig bewerten lediglich 21 % ihrer Systeme die Durchsatzleistung als hervorragend. Diese Diskrepanz macht deutlich, dass Unternehmen den Durchsatz zwar hoch priorisieren, aber die praktische Umsetzung häufig hinter den Erwartungen zurückbleibt.
„Durchsatz ist für 93 % der Logistikverantwortlichen lebenswichtig – doch nur jeder fünfte Betrieb erreicht die gewünschte Spitzenleistung.“ – AutoStore State of the Market Report 2026
Die ‚Throughput-Gap‘ – Diskrepanz zwischen Anspruch und Realität
Der Begriff Throughput-Gap beschreibt die Kluft zwischen der hohen Wertschätzung eines schnellen Warenflusses und der tatsächlichen Leistungsfähigkeit vieler Lager. Laut AutoStore-Befragung von 2026 geben 93 % an, dass Durchsatz für ihr Unternehmen lebenswichtig ist, während nur 21 % ihre Leistung als hervorragend einstufen. Diese Lücke verdeutlicht den dringenden Handlungsbedarf für datengetriebene Optimierung.
„Die ‚Throughput-Gap‘ zeigt, dass Unternehmen ihre Prozesse intelligenter steuern müssen, um die wachsenden Anforderungen des E-Commerce zu bewältigen.“ – AutoStore 2026
Cube-Storage und KI-gestützte Prozesse als Antwort
Steigende Löhne im Logistikbereich (5-7 % Jahresinflation) und begrenzte Lagerflächen treiben Unternehmen zu kompakten Cube-Storage-Lösungen. Solche Systeme ermöglichen bis zu 35-40 % kürzere Zykluszeiten bei der Kommissionierung und Lagerung. KI-gestützte Analysen identifizieren Engpässe in Echtzeit, optimieren die Roboternavigation und erhöhen die Gesamteffizienz.
- Jährliche Lohnkosteninflation im Logistiksektor: 5-7 % (2025/2026)
- Reduktion der Durchlaufzeiten bei Multi-SKU-Retrofits: 35-40 %
- Erhöhte Lagerdichte durch Cube-Storage-Konzepte
Praxisbeispiel: Der Omnichannel-Hub von Rhenus & Thalia in Hörselgau
Der Omnichannel-Hub von Rhenus und Thalia in Hörselgau bedient mit 240 000 Bins und 530 Robotern auf einer Fläche von 8.000 m² variable Spitzenlasten im B2B– und B2C-Geschäft. Die Anlage verfügt über 90 Picking-Ports und erreicht eine Spitzenleistung von bis zu 13.100 Behälterandienungen pro Stunde. Durch die einheitliche Bestandsverwaltung können sowohl Online-Bestellungen als auch Filialnachschub aus demselben Lagerbestand bedient werden.
Dass Durchsatz in der Praxis oft die größte Hürde darstellt, unterstreichen weitere Befunde der AutoStore-Markterhebung: Während 93 % der Branchenentscheider den Durchsatz als unternehmenskritisch einstufen, bescheinigen lediglich 21 % ihren Systemen eine tatsächlich herausragende Leistungsfähigkeit (AutoStore 2026). Der Engpass liegt selten in der reinen Lagerdichte, sondern im dynamischen Zusammenspiel an den Übergabepunkten. Am Standort Hörselgau löst Rhenus diese Herausforderung über 90 hochfrequente Ports, die eine Spitzenleistung von bis zu 13.100 Behälterandienungen pro Stunde ermöglichen (Rhenus/Kardex 2025). Gepaart mit volumenoptimierten Verpackungsmaschinen werden minimale Durchlaufzeiten realisiert – ein wesentlicher Faktor, um B2B-Filialnachschub und kurzfristige B2C-E-Commerce-Aufträge aus demselben Bestand bedienen zu können.
Der nächste Absatz betont den Kostendruck: Angesichts steigender Löhne in der Intralogistik von jährlich 5 bis 7 % und chronischer Personalknappheit rechnen sich automatisierte Kompaktlager vor allem über Effizienzgewinne im Warenhandling. Für Händler transformiert sich Fulfillment damit von einer reinen Kostenstelle zum strategischen Puffer gegen volatile Arbeitsmärkte und Nachfrageschwankungen.
Chancen und Risiken automatisierter Fulfillment-Systeme
Automatisierung bietet klare Vorteile, birgt jedoch auch Herausforderungen. Unternehmen müssen die finanziellen Vorabinvestitionen gegen den langfristigen Nutzen abwägen.
- Vorteile:
- Erhöhte Lagerdichte und verkürzte Zykluszeiten
- Skalierbare Kapazität für variable Spitzenlasten
- Datenbasierte Prozessoptimierung durch KI
- Risiken:
- Hohe Vorabinvestitionen und lange Amortisationszyklen
- Systemstarre bei nicht-standardisierten Artikeln (Non-Bin-fähige Waren)
- Abhängigkeit von IT- und Robotik-Ausfallsicherheit
Schnellüberblick:
Was bedeutet ‚Throughput-Gap‘ in modernen Logistikzentren?
Es beschreibt die Lücke zwischen der hohen geschäftlichen Priorität eines schnellen Durchsatzes (von 93 % der Logistikverantwortlichen als kritisch bewertet) und der tatsächlichen Fähigkeit, diesen im Alltag stabil auf Spitzenlevel zu halten, was laut Erhebungen nur rund jedem fünften Betrieb gelingt.
Wie bewältigt der Thalia-Hub in Hörselgau gleichzeitig B2B-Filialnachschub und B2C-Onlinebestellungen?
Indem alle Bestände in einem gemeinsamen AutoStore-Raster gepoolt und über 90 Ports dynamisch kommissioniert werden. Nachgelagerte Sorter und automatisierte, volumenoptimierte Verpackungslinien trennen und konsolidieren die Warenströme für Filialpaletten bzw. Endkundenpakete bedarfsgerecht.
Quellen
- https://www.autostoresystem.com/insights/what-the-autostore-2026-state-of-the-market-reveals-about-throughput
- https://www.autostoresystem.com/cases/rhenus-thalia-high-throughput
- https://www.boersenblatt.net/news/buchhandel-online/autostore-mit-530-robotern-hoerselgau-geplant-346749
- https://www.marketresearchfuture.com/reports/automated-storage-and-retrieval-system-market-2782

