Die NÖM AG investiert mit ihrem neuen, vollautomatisierten Hochregallager in Baden in die größte Einzelinvestition ihrer Firmengeschichte. Durch die Implementierung von SAP Extended Warehouse Management (EWM) inklusive Materialflusssteuerung (MFS) durch Knapp IT Solutions wird die Logistik für frische Molkereiprodukte auf ein neues Level gehoben – mit direkter Anbindung an speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) und ohne zusätzliche Middleware.
Größte Einzelinvestition in der Geschichte der NÖM AG
Mit einem Investitionsvolumen von rund 80 Millionen Euro wird das neue Logistikzentrum am Standort Baden realisiert. Das Projekt umfasst ein 30 Meter hohes Hochregallager in Silobauweise, das sich über eine Grundfläche von 14.000 Quadratmetern erstreckt und über 26.000 Palettenstellplätze verfügt. Laut Vorstand KommR Ing. Josef Simon ist dies die „größte Einzelinvestition in der Geschichte der NÖM AG“.
Phasenweise Einführung von SAP EWM und MFS
Die Einführung von SAP EWM erfolgt in drei klar definierten Phasen:
- Mai 2025: Umstellung des manuellen Lagers in Guntramsdorf.
- Juni 2026: Integration der automatisierten Produktion in Baden.
- Q1 2027: Inbetriebnahme des Hochregallagers in Baden.
Gerald Lassau, Geschäftsführer der Knapp IT Solutions, betont: „Bei der Einführung von SAP Extended Warehouse Management an mehreren Standorten hat sich ein schrittweises Vorgehen bewährt. Der Aufbau beginnt in einfacheren Lagerumgebungen und wird systematisch auf komplexere und stärker automatisierte Standorte erweitert.“
Technische Details des Hochregallagers in Baden
Das neue Hochregallager zeichnet sich durch folgende bauliche und technische Merkmale aus:
- Bauhöhe: 30 m (Silobauweise, 86 m Länge, 60 m Breite).
- Grundfläche: 14.000 m².
- Kapazität: 26.000 Palettenstellplätze auf acht Gassen.
- Direkte Anbindung an SPS über SAP EWM MFS, wodurch eine zusätzliche Middleware entfällt.
- Zwei Elektrohängebahnen verbinden Produktion und Warenausgang.
Partnerkonsortium und Rollenverteilung
Die Realisierung des Projekts beruht auf einem klar definierten Partnernetzwerk:
- Knapp IT Solutions – übergeordnete WMS/MFS-Logik und SAP-Integration.
- Kardex Mlog – Generalunternehmer für Fördertechnik, Regalstahlbau und die beiden Elektrohängebahnen.
- voestalpine Krems Finaltechnik – Umsetzung des Stahlbaus des Hochregallagers.
„Knapp überzeugt uns mit fundierter SAP-Expertise und anbieterunabhängiger Integration von Lagerautomatisierung“, so ein Sprecher von NÖM (vgl. Interview im Artikel).
Ökonomische und ökologische Vorteile
Vor dem Ausbau erreichte das Unternehmen ein tägliches Palettenumschlagvolumen von 2.200 Paletten bei rund 1.000 Artikeln – an der Kapazitätsgrenze. Durch das neue Lager und die direkte Anbindung entfallen jährlich 10.000 Lkw-Shuttlefahrten, was nicht nur Kosten senkt, sondern auch die CO₂-Emissionen reduziert.
- Erhöhung der Lagerkapazität auf über 26.000 Palettenstellplätze.
- Reduktion von Transportaufwand und damit verbundener Umweltbelastung.
- Verbesserte Durchlaufzeiten im 24/7-Betrieb dank Echtzeit-SPS-Kommunikation.
Risiken und kritische Punkte bei der MFS-Integration
Die direkte Kopplung von SAP EWM MFS an SPS stellt hohe Anforderungen an die Systemarchitektur:
- Schnittstellenkomplexität – Telegrammlaufzeiten und Millisekunden-Reaktionszeiten müssen garantiert werden, um Anlagenstopps bei verderblichen Waren zu vermeiden.
- Vendor-Lock-in – Die strikte SAP-End-to-End-Strategie bindet NÖM an künftige SAP-Release-Zyklen und Wartungsmodelle.
Diese Punkte werden im Projektplan berücksichtigt, um Ausfallrisiken zu minimieren.
Schnellüberblick:
Wie hoch ist das Investitionsvolumen für das Projekt in Baden?
Die NÖM AG investiert insgesamt rund 80 Millionen Euro in das neue Logistikzentrum und das vollautomatisierte Hochregallager am Standort Baden.
Warum verzichtet NÖM auf eine separate Middleware zwischen WMS und Fördertechnik?
Über das Modul SAP EWM MFS (Material Flow System) steuert das WMS die speicherprogrammierbaren Steuerungen (SPS) direkt an, wodurch Schnittstellenaufwände, Latenzen und Systemkomplexität minimiert werden.
Welche logistischen Vorteile bringt das Projekt über die reine Software hinaus?
Neben der Erhöhung der Kapazität auf über 26.000 Palettenstellplätze entfallen durch die direkte Werksanbindung künftig über 10.000 Lkw-Shuttlefahrten pro Jahr.
Quellen
- https://www.noe.gv.at/noe/presse/presse.html
- https://www.meinbezirk.at/baden/c-wirtschaft/neues-hochregallager-spart-10000-lkw-fahrten-pro-jahr-eina7215160
- https://www.kardex.com/de/mlog-news/kardex-mlog-macht-noem-zukunftssicher
- https://www.voestalpine.com/blog/de/corporate/voestalpine-krems-finaltechnik-realisiert-neues-hochregallager-fuer-noem/

